Mo, 16. Juli 2018

"Alles oder nichts"

25.05.2011 10:17

Spielsüchtiger verzockte Geld, das er nicht hatte

Die Spielsucht hat den erstangeklagten Bosnier ruiniert. 120.000 € Schulden lasten auf ihm. Nun kommen 19.700 € dazu. Denn der Beschuldigte habe in einem Tiroler Wettcafé auf Kredit gezockt, ohne auch nur einen Cent zu besitzen. Geholfen habe ihm dabei ein Kellner des Lokals – der ist ebenso angeklagt.

"Wir dachten, wenn wir die Einsätze stets verdoppeln, würden wir am Ende unsere Verluste durch die Gewinne abdecken können", erklärte der Erstangeklagte sein mathematisch fragwürdiges "System". Angewandt wurde es bei Hunderennen in einem Tiroler Wettbüro.

Der Erstbeschuldigte zockte seit Jahren in der Spielhölle. Gewonnen habe er hin und wieder. Doch ihm fehlte das nötige Kleingeld, um große Einsätze machen zu können. "Eines Tages beobachtete ich, wie ein Mitspieler Wetten abgab, ohne zu bezahlen", schilderte der Mann. Das wollte er auch. Er fragte bei dem jungen Kellner nach und der erlaubte ihm prompt, auch auf Kredit zu zocken. Der Kellner wurde im Erfolgsfall beteiligt und kassierte regelmäßig großzügige Trinkgelder.

Geschäftsführer kamen Duo auf die Schliche
"Anfangs ging es sich aus, dass wir trotz anfänglicher Verluste immer wieder im Plus blieben." Dann der Schock: Eines Tages hatte das Duo einen Malus von 19.700 Euro angehäuft. Die Geschäftsführer traten auf den Plan und stellten dieses verlustreiche Spiel ab. Sie wollen nun das Geld von den beiden zurück, doch deren Taschen sind angeblich leer.

Der Zweitangeklagte beteuerte, dass er geglaubt habe, der Erstbeschuldigte habe genügend Bargeld, um die Schulden abzudecken. Richter Andreas Fleckl vertagte, weil er den Erstangeklagten psychologisch begutachten lässt.

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