Di, 19. Juni 2018

"Vize" langte zu

23.05.2011 11:10

Würgeangriff im Parlament schockt die Ukraine

Dass sich Parlamentsabgeordnete in der Ukraine bei ihren Diskussionen nicht immer nur verbal attackieren, ist bereits bekannt. Doch ein aktuelles Video aus dem Hohen Haus von Kiew zeigt jetzt einen schier unglaublichen Angriff. Mit einem Kugelschreiber bewaffnet stürmt der stellvertretende Parlamentspräsident auf einen Abgeordneten zu, würgt ihn und bringt ihn zu Boden - nur um sich anschließend seelenruhig an die Kollegen zu wenden.

Laut Medienberichten hatte sich der Streit entzündet, als der Abgeordnete Oleg Ljaschko von Sitzungsleiter Adam Martynjuk forderte, eine Rede halten zu dürfen. Dafür war er an das Präsidentenpult geeilt. Martynjuk lehnte ab - mit Verweis auf die Geschäftsordnung des Parlaments, die eine schriftliche Anmeldung vorsieht.

Als der abgewiesene Ljaschko den Vize-Parlamentspräsidenten daraufhin als "Pharisäer" beschimpft, dreht dieser durch. Mit einem Kugelschreiber in der Hand stürmt Martynjuk auf Ljaschko zu, nimmt ihn in den Würgegriff und drückt den Abgeordneten zu Boden, wobei dieser über eine Holzbrüstung stürzt. Herbeieilende Parlamentarier können gerade noch verhindern, dass sich die handfeste Auseinandersetzung zwischem dem Vize und dem zwischenzeitlich wieder berappelten Ljaschko fortsetzt.

Ljaschko ergreift das Wort - und wird abgedreht
Während das aufgebrachte Opfer von Kollegen beschwichtigt und vom Ort des Geschehens entfernt wird, nimmt Martynjuk seelenruhig auf seinem Sessel Platz und richtet einige Worte an die übrigen Parlamentarier. Doch der immer noch erzürnte Ljaschko stürmt erneut nach vorn, diesmal jedoch direkt ans Rednerpult, und ergreift einfach das Wort - woraufhin ihm der Vize nach wenigen Sekunden das Mikro abdreht und schmunzelnd seine eigene Rede ans Hohe Haus fortsetzt.

Ob der Vorfall für die beiden Abgeordneten Konsequezen haben wird, ist derzeit noch nicht klar. Zumindest der angegriffene Ljaschko ist nicht zum ersten Mal unangenehm aufgefallen. Im Jänner 2010 hatten ihn Bodyguards von Präsident Wiktor Juschtschenko stoppen müssen, als er bei einer TV-Diskussion ins Studio stürmen wollte. Zwei Jahre zuvor hatte er sich mit einem anderen Abgeordneten einen Ringkampf am Rednerpult geliefert.

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