So, 19. August 2018

Kampfjet im Tiefflug

22.05.2011 19:24

Libyen vermeldet NATO-Angriff auf Gadafi-Residenz

Laut Angaben der libyschen Regierung hat die NATO in der Nacht auf Sonntag Angriffe auf die Residenz von Machthaber Muammar al-Gadafi in Tripolis sowie den Hafen der libyschen Hauptstadt geflogen. Es habe zwei Angriffe auf den Hafen und Gadafis Residenz Bab al-Aziziya gegeben, sagte ein Behördensprecher. Indes hat die EU in der Rebellenhochburg Bengasi ein Büro eröffnet.

Die NATO hatte bereits in der Nacht auf Freitag die Häfen von Tripolis, Al Chums und Sirte angegriffen und dabei acht Kriegsschiffe beschädigt oder versenkt. Angesichts der zunehmenden Aktivitäten der libyschen Marine habe die NATO "keine andere Wahl" gehabt, als "entscheidende Aktionen" zum Schutz der libyschen Zivilbevölkerung und der Seestreitkräfte der NATO zu unternehmen, erklärte NATO-Admiral Russ Harding zu diesen Angriffen.

Gadafis Sprecher Mussa Ibrahim warf der NATO dagegen vor, die Angriffe auf die Häfen dienten lediglich der Abschreckung. Die NATO wolle internationale Reedereien davon abhalten, mit ihren Schiffen libysche Häfen anzulaufen.

Die Hauptstadt Libyens ist seit Wochen beinahe täglich das Ziel von Luftangriffen. Die Lufteinsätze zum Schutz der libyschen Zivilbevölkerung hatten am 19. März begonnen, seit Ende März stehen sie unter dem Kommando der NATO.

Ashton: "Schon zu viele Menschen gestorben"
Unterdessen hat die Europäische Union in Bengasi ein Verbindungsbüro eingerichtet. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton, die das im Tibesti-Hotel gelegene Verbindungsbüro einweihte, sagte auf einer anschließenden Pressekonferenz, es sei "grundlegend, Zivilisten zu schützen". "Schon jetzt" seien "zu viele Menschen gestorben".

Zuvor hatte Ashton auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten des Nationalen Übergangsrats der Rebellen, Mustafa Abdel Jalil, gesagt, sie sei "stolz", den Libyern im Namen der 27 EU-Staaten Unterstützung anbieten zu können. Die EU wolle den Bürgern des Landes in Sicherheitsfragen sowie in den Bereichen Wirtschaft, Gesundheit, Bildung und Zivilgesellschaft zur Seite stehen. "Wir wollen nicht nur jetzt helfen, sondern solange wie das libysche Volk sich wünscht, dass wir da sind."

Ashton ist die bisher ranghöchste Politikerin, die die Rebellenhochburg rund tausend Kilometer östlich von Tripolis besuchte. Zuvor waren bereits der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski und US-Senator John McCain in Bengasi. Ashtons Besuch bedeutet dennoch nicht, dass die EU den Übergangsrat - wie vom Europaparlament gefordert - als einzigen legitimen Vertreter Libyens betrachtet. Dennoch kann ihr Kommen als Erfolg für den Übergangsrat gewertet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.