So, 22. Juli 2018

"Bandit" als Mörder?

20.05.2011 13:03

Vermisster Steirer in Costa Rica tot aufgefunden

Traurige Gewissheit haben die Angehörigen von zumindest einem der beiden in Costa Rica vermissten Steirer (siehe Infobox): Es wurden Leichenteile entdeckt, die nach einer DNA-Überprüfung eindeutig Horst H. (67) zugeordnet werden konnten. Für die Identifizierung der ebenfalls aufgetauchten Überreste einer zweiten männlichen Leiche würden aber noch nötige DNA-Proben fehlen, wurde seitens des Außenministeriums berichtet.

Bei den beiden seit Ende Jänner 2010 verschwundenen Männern handelt es sich um den 67-jährigen Horst H. und den 65-jährigen Herbert L. aus dem obersteirischen Bezirk Knittelfeld. H. hatte sich im Oktober 2009 ein Anwesen im Distrikt Golfito gekauft. L. war seit mehr als dreißig Jahren nicht mehr in seiner Heimat gewesen. Kurz vor Weihnachten meldete sich H. das letzte Mal telefonisch bei seinem Bruder in der Steiermark. Im Jänner wurde den Behörden gemeldet, dass H. verschwunden ist.

Verdächtiger "Bandit" in Wohnung eingenistet
Als das Anwesen des 67-Jährigen durchsucht wurde, hatte sich bereits ein Einheimischer eingenistet, bei dem es sich nach Angaben des steirischen Landeskriminalamts um einen "ortsbekannten Banditen" handelt. In den Räumlichkeiten waren Blutspuren zu erkennen, die Wände waren frisch gestrichen.

Daraufhin stellte sich auch heraus, dass der "Bandit" mit der Bankomatkarte von H. insgesamt 28 Bargeldbehebungen durchgeführt und das Fahrzeug des Steirers benutzt hatte. Ein Gewaltverbrechen wurde schnell vermutet, jedoch waren keine Leichen zu finden.

DNA-Abgleich zur Identifizierung der zweiten Leiche
Nachdem kürzlich aber ein Hochwasser an der Küste zwei vergrabene Männerleichen freigespült hatte, verglich man deren DNA mit Proben der beiden Steirer. Dabei konnte Horst H. identifiziert werden. Bei den Überresten der zweiten Leiche müssten Angehörige noch weitere Proben nach Costa Rica schicken, erklärte Außenministeriumssprecher Peter Launsky-Tieffenthal. Es sei aber wahrscheinlich, dass es sich dabei um den 65-jährigen Herbert L. handle.

Die österreichische Botschaft in Mexiko sowie das österreichische Honorarkonsulat von Costa Rica streben nun die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen den "Banditen" an, der damals nur einvernommen, aber nicht festgenommen worden war. Der Grund: Ohne Leichen war die Verdachtslage nicht ausreichend. Allerdings dürfte der Schurke mittlerweile untergetaucht sein.

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