Mi, 23. Jänner 2019

Vor Augen der Kinder

18.05.2011 15:33

Mann stach im Auto auf seine Frau ein - drei Jahre Haft

Wegen versuchten Mordes hat sich Nidayi Y. am Mittwoch am Wiener Straflandesgericht verantworten müssen. Der 27-Jährige hatte im Dezember des Vorjahres während einer Autofahrt seine 24-jährige Gattin vor den Augen der zwei- bzw. vierjährigen Töchter mit einem Klappmesser attackiert. Er wurde letztlich "nur" wegen absichtlich schwerer Körperverletzung zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Eine harmlose Einkaufsfahrt mit Frau und Kindern war am 8. Dezember 2010 dermaßen eskaliert, dass der Familienvater nun wegen Mordversuchs vor Gericht stand. Weil er am Abend noch einen Freund treffen wollte, die Frau aber darauf bestand, dass er daheim blieb, stach der 27-Jährige im Zuge des Streits noch im Auto auf seine Frau ein.

Frau bemerkte Einstich zuerst gar nicht
Vier Zentimeter tief, im Bereich des Lungenflügels, war der Einstich, den die Frau zuerst gar nicht bemerkte. Erst als sie bei einer Tankstelle das Auto verließ, merkte sie, dass sie blutete. Vom Verkaufsraum der Tankstelle aus wurden dann Rettung und Polizei verständigt, während der Ehemann das Messer wegwarf und mit dem Wagen stadteinwärts flüchtete.

"Das passierte zufällig"
"Ich wollte sie doch nicht umbringen", beteuerte Nidayi Y. bei der Verhandlung mehrfach. "Ich wollte nur, dass sie aufhört zu toben wegen nichts. Die Kinder waren ja auch im Auto, weiterfahren wäre zu gefährlich gewesen. Sie hat mich im Gesicht gekratzt."

"Zufällig" habe er das Messer aus der Seitenablage erwischt, "das war so spitzig, das alles war unabsichtlich, das passierte zufällig". Was Richterin Bettina Körber nicht gelten lässt: "Zufällig rammt man niemandem ein Messer in den Körper!"

Kronen Zeitung und krone.at

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