Mi, 20. Juni 2018

Lehrer erkrankt

18.05.2011 14:30

Quecksilber-Alarm: Weitere Schulen werden untersucht

Der Quecksilber-Alarm an Schulen in Oberösterreich sorgt in Lehranstalten in ganz Österreich für Gesprächsstoff. Die unerklärliche Erkrankung eines Lehrers hatte die Causa ins Rollen gebracht. 350 Lehranstalten waren daraufhin auf Quecksilber-Rückstände untersucht worden. In acht Chemie- und Physiksälen war die Belastung sogar so hoch, dass eine fachgerechte Reinigung und eine zeitweise Sperre notwendig war. Auch in anderen Bundesländern sind nun Untersuchungen geplant, wobei die Vorgehensweise sehr unterschiedlich ist.

In den einzelnen Landesschulräten und Landesregierungen wird der Quecksilber-Alarm unterschiedlich bewertet. In Salzburg trifft das Messergebnis aus Oberösterreich in jedem Fall auf großes Interesse: "Ich gehe davon aus, dass es bei uns nicht sehr viel anders aussehen wird", so Salzburgs Landeschulratspräsident Herbert Gimpl. Er will sich nun über Details aus Oberösterreich informieren und im Herbst auch in Salzburg eine flächendeckende Untersuchung der Physik- und Chemieräume an den Schulen starten.

In Tirol wurden bereits bisher einmal pro Jahr alle Schule inklusive ihrer Chemie- und Physiksäle durch eine sicherheitstechnische Firma unter die Lupe genommen. Falls es Handelsbedarf gebe, werde umgehend reagiert. Aus der Vergangenheit seien aber keine Fälle bekannt, bei denen es zu Gesundheitsschädigungen gekommen sei. "Zusätzlich sind wir in Tirol gerade dabei, alle Giftschränke in den Schullaboratorien mit eigenen Abluftanlagen auszustatten", so Andreas Pirkl vom Landesschulrat.

In der Steiermark sind in erster Linie die jeweiligen Kustoden für die Überprüfung zuständig, also jene Lehrer, die etwa für Physik- oder Chemiesäle verantwortlich sind. In zweiter Linie hätten die Direktoren regelmäßige Kontrollen des Schulhauses durchzuführen, heißt es seitens des Landesschulrates. Im Pflichtschulbereich wird - laut einem Sprecher von Landesrätin Elisabeth Grossmann - durch zwei Firmen eine regelmäßige Überprüfung der rund 750 Schulen durchgeführt. Geprüft werde dabei auch, ob Lehrmittel oder Stoffe für den Chemie- oder Physikunterricht sicher verwahrt werden.

Quecksilber in Wien seit fünf Jahren verboten
In den Wiener Pflichtschulen gebe es derartige Probleme nicht, versicherte eine Sprecherin von Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch. Gefährliche Stoffe wie Quecksilber seien seit rund fünf Jahren verboten und nicht mehr im Einsatz. In Vorarlberg gibt es nach Angaben von Schullandesrat Siegi Stemer keine speziell auf Quecksilber ausgerichteten Überprüfungen. An den Schulen fänden aber regelmäßige Kontrollen durch Sicherheitsbeauftragte statt, die entsprechend fachlich geschult seien.

Auch im Burgenland denkt man nicht an eine ähnliche Initiative wie in Oberösterreich, teilte Landesschulratspräsident Gerhard Resch mit. Es habe noch nie Bedenken oder Beschwerden gegeben, weshalb man aktuell keinen Bedarf sehe. "Nach Versuchen in den Chemie- und Physikräumen wird Quecksilber immer schnell entsorgt", sagte Resch. In Kärnten weiß Schulreferent Uwe Scheuch nichts von einer Quecksilber-Problematik an Schulen, in Niederösterreich kennt der Landesschulrat keine Aktionen wie in Oberösterreich.

So kam es zum Quecksilber-Alarm
Die Untersuchung in Oberösterreich war ursprünglich vom Landesschulrat initiiert worden. Anfangs sei das Interesse gering gewesen, berichtete Umwelt-Landesrat Rudi Anschober am Dienstag. Nur 25 Schulen hätten sich zunächst für eine Messung angemeldet. Dann wurde aber bereits im Physikkabinett der ersten untersuchten Einrichtung eine extrem hohe Quecksilberkonzentration festgestellt. Eine Lehrkraft, die den Raum als Büro genutzt hatte, habe unter unerklärlichen gesundheitlichen Beschwerden gelitten und sei sogar frühzeitig pensioniert worden, beschrieb Anschober. Schließlich nahmen 350 Schulen an dem Messprogramm teil.

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