Di, 20. November 2018

Pitt-Film ausgebuht

16.05.2011 15:59

Regisseur traut sich nicht vor Presse - Pitt verteidigt ihn

Der mit Spannung erwartete einzige US-Wettbewerbsbeitrag bei den 64. Filmfestspielen von Cannes, "The Tree of Life" mit Brad Pitt und Sean Penn, ist mit lauten Buh-Rufen und nur leisem, fast trotzig wirkendem Applaus bedacht worden.

Dass sich Regisseur Terrence Malick im Anschluss bei der Pressekonferenz nicht den Fragen der Medien zu stellen getraute, stieß an der Croisette zudem auf wenig Gegenliebe - weswegen Hollywoodstar Brad Pitt mit einer Erklärung einsprang. "Terrence sieht sich als jemand, der ein Haus baut, aber er will es dann nicht auch verkaufen müssen." Dafür seien andere zuständig. Pitt spielt in dem Film eine aggressive Vaterfigur in den 1950er Jahren.

Szenen erst am Set erarbeitet
Den Arbeitsprozess mit dem schüchternen Filmemacher beschrieb Pitt als prägende Erfahrung. "Er ist wie ein Kerl mit einem Schmetterlingsnetz, der wartet, um den richtigen Moment einzufangen." Die meisten Szenen des Films seien erst Tag für Tag am Set erarbeitet worden, was sehr anstrengend gewesen sei. "Er liebt alle seine Charaktere, respektiert sie. Und er ist sehr spirituell, hat einen sehr universellen Zugang zur Welt. Wir hatten zahlreiche theologische Debatten während des ganzen Drehs", erzählte der Star, der im weißen Anzug und gemeinsam mit Co-Darstellerin Jessica Chastain erschienen war. "Kaum ein Moment in diesem Film ist geplant", ergänzte Chastain. "Er hat eine Atmosphäre am Set erzeugt, dass schließlich vor der Kamera sogar ein Schmetterling auf meiner Hand landet."

Trauerarbeit in der Familie
"The Tree of Life" behandelt die Trauerarbeit einer Familie nach dem Verlust eines der drei Söhne und stellt die Natur als Keimzelle des Lebens der Familie als Keimzelle der Gewalt gegenüber. Ausufernde Bilder des teils brodelnden, teils beschaulichen Universums, sinnbildlich für die väterliche und mütterliche Seite, wechseln sich mit Rückblenden über das Aufwachsen der drei Jungs unter dem konservativen Vater (Pitt) ab. Die Stimmung erinnert manchmal ebenso an "Virgin Suicides" wie an die Klassiker von Arthur Miller, Frauenchöre und ein den Film stark bestimmender Klassik-Score vermischen sich zudem mit religiösen Bezügen und immer wieder esoterisch anmutenden Bildern. Was anfangs experimentell und spannend wirkt, verliert im Verlauf der 138 Minuten aber bald an Rätselhaftigkeit und Mystik.

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