Di, 25. September 2018

Ernüchternde Bilanz

16.05.2011 11:44

Bergrettung warnt: 73 Prozent sterben in leichtem Gelände

Mehr Tote, mehr Verletzte, mehr Einsätze - so fiel am Montag die ernüchternde Bilanz des Österreichischen Bergrettungsdienstes (ÖBRD) für das Jahr 2010 aus. Insgesamt wurden 7.008 Personen geborgen, 5.857 davon verletzt, 170 nur noch tot. Was ÖBRD-Präsident Franz Lindenberg besonders Kopfzerbrechen bereitet: 124 Wanderer kamen in leichtem Gelände ums Leben.

"Wenn man bedenkt, dass 2010 im Straßenverkehr 548 Menschen getötet worden sind, dann sind 170 Tote in den Bergen schon sehr, sehr viel", gab sich Lindenberg im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien nachdenklich.

Dass darunter drei Viertel abseits von steilen Felswänden und Klettersteigen auf relativ einfachen Routen verstarben, bezeichnete der ÖBRD-Präsident als "wirkliches Problem", dem seine Organisation mit jeder Menge Aufklärungsarbeit entgegentreten wolle. Meist seien es harmlose Situationen, in denen aus Leichtsinn oder Überschätzung der eigenen Fähigkeiten fatale Entscheidungen getroffen werden. Es passiere aber auch oft, dass sich Alpinisten plötzlich in unwegsamem Gelände wiederfänden, weil sie vom Weg abgekommen sind.

Anstieg in allen Kategorien
Der Vergleich mit 2009 zeigt den deutlichen Anstieg in allen Kategorien: Die Einsätze stiegen von 5.929 auf 6.722, die Zahl der geborgenen Personen stieg von 6.193 auf 7.008, jene der Todesopfer von 134 auf 170. Der seit 2005 anhaltende Abwärtstrend (damals 207 Tote) erfuhr so ein jähes Ende. Bezüglich der Verletzten muss man bis ins Jahr 2004 zurückgehen, um einen höheren Wert zu finden (6.221), bei den Einsatzstunden (68.073) wurde überhaupt der zweithöchste Wert erzielt (Spitzenwert 73.003 in 2008).

"Es ist nicht möglich, für das Verhalten in der Natur Regeln festzuschreiben, auch Checklisten würden nicht viel bringen", so Lindenberg. Unerlässlich seien hingegen Eigenverantwortung und das Beherzigen der sieben Tipps der ÖBRD: Richtige Selbsteinschätzung, richtige Tourenplanung, richtige Ausrüstung, richtiges Tempo, richtige Verpflegung, richtige Wettereinschätzung sowie richtige Reaktion bei Notfällen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.