Fr, 16. November 2018

Erster Bauabschnitt

16.05.2011 12:11

"Shared Space" in Feldkirchen wird in Angriff genommen

Weg mit Schildern, her mit Bäumen und Verkehrsflächen für alle: Ab sofort wird in Feldkirchen bei Graz das zweite Pilotprojekt Österreichs mit "geteiltem Raum" in Angriff genommen (im Bild das Modell). 2,4 Millionen Euro fließen in das erste Baulos für "Shared Space" im Norden der Marktgemeinde.

Aus der Durchzugsstraße soll durch das Projekt ein lebendiger Marktplatz werden, das Ortsbild wird aufgemöbelt und Autofahrern die Benutzung der Umfahrung schmackhaft gemacht, denn seit jeher lebte man in der 5.500 Einwohner zählenden südlichen Nachbargemeinde von Graz mit starkem Durchzugsverkehr.

Obwohl 2006 die sogenannte Flughafen-Umfahrung um den Ortskern von Feldkirchen herum eröffnet wurde, wählen noch immer rund 12.000 Fahrzeuglenker täglich die direkte Strecke vorbei an Volks- und Hauptschule, Geschäften, Lokalen und Schülerhort. Als eine Sanierung - auch für die staureiche Einmündung der Rudersdorferstraße in die Triesterstraße - notwendig wurde, bewarb sich die Gemeinde schließlich für das "Shared Space"-Projekt.

Während das südsteirische Gleinstätten, wo die erste Umsetzung des Modells im vergangenen Herbst erfolgte, bereits durchwegs positive Erfahrungen gesammelt hat (siehe Infobox), wurde in Feldkirchen nun mit den ersten Vorbereitungen für den Umbau begonnen. Ende des Jahres soll das erste Baulos im Norden fertig werden. Straße, Gehsteig, Radweg und Marktplatz werden sich dann auf einem Niveau befinden und die verschiedenen Funktionalitäten nur noch durch unterschiedliche Pflasterungsmaterialien angedeutet werden. Bäume sollen direkt in die ehemalige Fahrlinie der Autos gesetzt werden, um so einen Entschleunigungseffekt zu erzielen.

800.000 Euro Förderung vom Land
Laut VP-Bürgermeister Adolf Pellischek werde vorwiegend in der Ferienzeit gebaut. Bei dieser Gelegenheit soll auch der Durchgangsverkehr verstärkt auf die Umfahrung dirigiert werden. 800.000 Euro der 2,4 Millionen Euro sollen nach Rechnung der Gemeinde vom Land Steiermark als Förderung für das erste Baulos beigesteuert werden. Das zweite Baulos in den südlichen Ortsteilen Abtissendorf und Wagnitz sollte spätestens 2013 fertig sein.

Wogen nach erster Skepsis geglättet
Die Skepsis der Bevölkerung und der Wirtschaftstreibenden, die bei der Planung ein Wörtchen mitsprechen durften, betraf zu Beginn des Projekts den Verlust von Parkplätzen und damit verbundenen Kundenschwund. Da nun aber auch rund um den künftigen Marktplatz gefahren und geparkt werden darf, haben sich die Wogen geglättet. Für Thomas Pilz von der Forschungsgesellschaft Mobilität hätten die Pläne aber "radikaler" sein können. Trotzdem setze die neue Gestaltung die Ideen des "Shared Space" um und werde seiner Meinung nach auch funktionieren.

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