Sa, 22. September 2018

"Gequake nervte"

12.05.2011 13:35

Deutscher erschießt Nachbars stummen Frosch "Knötti"

Ein skurriler Nachbarschaftsstreit endete in Deutschland vor dem Amtsgericht Krefeld in Nordhein-Westfalen. Weil ihn das Quaken der Teichfrösche seines Nachbarn nervte, griff ein Mann zum Luftdruckgewehr und schoss in der Nacht auf die Tiere. Dabei traf er allerdings "Knötti", den einzigen Frosch der Gruppe, der stumm war.

In Wildwest-Manier hatte der Mann aus Wut über das Gequake der Frösche mit einem Luftgewehr für seine Nachtruhe am Teich gesorgt. Dabei erwischte er allerdings just den einzigen stummen Frosch. Knöttis Besitzer erstattete daraufhin Anzeige wegen dem, wie er es ausdrückte, "gemeinen Meuchelmord".

Monatelang hatte der Besitzer Knöttis Kadaver mit dem Einschussloch in seiner Tiefkühltruhe als Beweismittel tiefgefroren. Vor ein paar Tagen habe er ihn aber beerdigt, "an seinem Lieblingsplatz am Teich". Das Tragische an der Geschichte sei, dass es ausgerechnet Knötti getroffen habe: "Der konnte gar nicht quaken, vermutlich ein Gen-Defekt."

Verurteilt wurde der Schütze allerdings, weil er keine Waffenbesitzkarte für das Luftdruckgewehr hatte. Der Arbeitslose bestritt den "Mord" am Grünfrosch, räumte aber den Waffenbesitz ein. Darauf zog das Gericht die beiden Gewehre ein, die bei dem Mann nach der Froschattacke gefunden wurden, und verhängte eine Geldstrafe von 1.500 wegen unerlaubten Waffenbesitzes.

Keine weiteren Ermittlungen im "Fall Knötti"
Mit Hinweis auf den unerlaubten Waffenbesitz als schwerwiegenderes Vergehen ersparte Richter Christian Tenhofen der Justiz aber eine weitere Beweisaufnahme zum Schicksal Knöttis. Der Froschbesitzer zeigte sich "ein bisschen enttäuscht", aber auch "froh, dass die Sache publik geworden" sei. "Mein Ziel war zu zeigen, dass es nicht geht, artgeschützte Tiere zu beschießen."

Ein zweiter Frosch habe die nächtliche Attacke des Nachbarn nur verstümmelt überlebt: Ihm sei ein Hinterbein weggeschossen worden. "Den habe ich wieder aufgepäppelt", sagte der 45-Jährige. Außerdem habe er ihn "Ahab" getauft - wie der einbeinige Kapitän aus "Moby Dick".

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