Sa, 23. Juni 2018

Neuer Methan-Filter

11.05.2011 12:34

Verfahren der TU Wien macht Biogas alltagstauglich

Biogas, gewonnen etwa aus Pflanzenabfällen in Silos oder aus Klärschlamm, wird derzeit meist in Gasmotoren verbrannt und diese Energie, allerdings nur mit mäßigem Wirkungsgrad, in Elektrizität umgewandelt. An der Technischen Universität Wien wurde nun ein neues Verfahren entwickelt, das Biogas auf umweltverträgliche Art zu reinigen. Damit kann der Hauptbestandteil Methan direkt ins Erdgasnetz eingespeist oder in gasbetriebenen Autos genutzt werden, teilte die TU am Mittwoch in einer Aussendung mit.

Biogas enthält üblicherweise neben Methan auch noch Kohlendioxid, Wasser und geringe Mengen an weiteren unerwünschten Substanzen wie Schwefel oder Ammoniak. Noch vor kurzem hätten viele Wissenschaftler es für technisch nicht machbar gehalten, Biogas effizient in sauberen Brennstoff umzuwandeln, so Michael Harasek vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der TU Wien.

Isoliert wird das Methan mithilfe von halbdurchlässigen Membranen, die zwar CO2 und Wasserdampf, nicht aber das Methan passieren lassen. Zusätzlich dazu ist nach Angaben der Wissenschaftler noch eine ganze Palette kleinerer und größerer Tricks nötig, um das Verfahren zu optimieren.

Produziertes Gas entspricht industriellem Maßstab
"In unserer Zusammenarbeit mit der Firma Axiom Angewandte Prozesstechnik konnten wir zeigen, dass unser Verfahren sich tatsächlich im industriellen Maßstab effizient anwenden lässt", so Harasek. Mit der Methode würde Gas in einer Qualität produziert, die den sehr strengen österreichischen Richtlinien genügt. In den Aufbereitungsanlagen (Bild) der niederösterreichischen Firma wird das Verfahren bereits erfolgreich angewendet.

Um die Qualität des Gases zu sichern, müssen seine Zusammensetzung ständig überwacht und gegebenenfalls die chemischen Abläufe nachjustiert und angepasst werden. Auch die dafür nötige Mess- und Regelungstechnik wurde von den TU-Verfahrenstechnikern entwickelt.

Effizienter Energiespeicher Methan
Aufgrund seiner hohen Energiedichte ist Methan ein attraktiver Energiespeicher und nicht nur das: Für seine technische Nutzung kann nach Angaben der Wissenschaftler die bereits vorhandene Erdgas-Infrastruktur aus Pipelines, Gasspeichern und Tankstellen verwendet werden. Das CO2, das dabei anfällt, bietet keinen Grund zur Besorgnis: "Es ist das CO2, das die Pflanze vorher gebunden hat – hier besteht ein geschlossener Kreislauf", betont Harasek.

Fotos: TU Wien

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