Mi, 21. November 2018

Hund und Mensch

10.05.2011 17:05

Jetzt abstimmen: Jeder Biss ist einer zu viel!

Die Meldungen über schwer verletzte Kinder nach Hunde-Attacken reißen nicht ab!

Im künstlichen Tiefschlaf erholt sich der zarte Körper der 4-jährigen Amelie von den Bissattacken und der mehrstündigen Operation. Die Ärzte gehen davon aus, dass keine Narben zurückbleiben werden. Zumindest optisch. Doch jene Narben, die sie ihr ganzes Leben begleiten werden, sind für andere Menschen unsichtbar – die in ihrer Psyche. Denn die Angst vor Hunden wird sie für immer in sich tragen. Wie können wir unsere Kinder vor solchen Hunden schützen?, fragen sich viele Menschen. Tragisch und unverständlich: Jener Rottweilerrüde, der die kleine Amelie attackierte, ist kein unbeschriebenes Blatt. Ganz offensichtlich war sein Halter mit ihm überfordert. Wollte nicht erkennen, dass sein Hund eine Gefahr darstellte. Aber vielleicht war gerade das beabsichtigt? Denn, laut eigenen Angaben, setzte er das Tier auch als Diensthund für eine Sicherheitsfirma ein. Für mich stellt sich nun die Frage, wie können wir Hunde vor Menschen schützen, die falsch mit ihnen umgehen. Sie zu Bestien erziehen. Strengere Gesetze müssen her, fordern die einen.

Forderung nach neuen Hundehalte-Gesetzen

Die geltende Rechtslageist absurd und nutzlos, meinen jedoch die anderen. Nur in einem Punkt sind sich nahezu alle Hundehalter einig: Jeder empfindet sich selbst als Hundeexperte. Kaum jemand zeigt Bereitschaft, sich und seinen Vierbeiner weiterzubilden. Viele sind sogar beleidigt, wenn man ihnen rät, einen Hundeexperten um Rat zu fragen. 5900 Bissverletzungen, vom leichten Kratzer bis zu tiefen Wunden, werden jährlich gemeldet. Guter Rat ist also teuer! Die Gefährlichkeit an einzelnen Rassen festzulegen, zeigt sich als der falsche Weg. Denn nicht nur Rottweiler und Pitbull beißen zu. Erst vor wenigen Monaten verbiss sich ein Golden Retriever im Arm eines Mädchens, und als die Mutter zu Hilfe eilen wollte, schnappte er erneut zu. Golden Retriever zählen nun wahrlich nicht zu den sogenannten „Kampfhunden“. Eines steht jedoch ganz klar fest: Welpen, die zu früh von Mutter und Wurfgeschwistern getrennt werden, zeigen vermehrt Verhaltensauffälligkeiten. Im Zoofachhandel und dubiosen Internetseiten werden aber solche Welpen zu Dumpingpreisen angeboten – und der Verkauf boomt. Viele dieser Tiere sind todkrank!

Verpflichtender Herkunftsnachweis

Um dies in den Griff zu bekommen, wird ein verpflichtender Herkunftsnachweis für Hunde gefordert. Vielleicht sollte auch ein verpflichtender Sachkundenachweis für künftige Hundehalter angedacht werden? Schreiben Sie uns Ihre Vorschläge unter: tierecke@kronenzeitung.at oder stimmen Sie HIER ab.

Der Verein „Tierschutz macht Schule“ hat vor wenigen Tagen die Broschüre „Hunde sicher verstehen“ vorgestellt. Sie kann kostenlos unter: 0810/81 81 64, oder auch per E-Mail: broschuerenservice@bmg.gv.at bestellt werden.

Hundebisse können vermieden werden – aber nicht ohne die Bereitschaft, mehr über den besten Freund des Menschen zu lernen und etwas zu verändern.

Maggie Entenfellner

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