Eine Welle der Empörung schwappte in die Amtsstube der kleinen Bodenseegemeinde, nachdem Bürgermeister und Amtsleiter ein Schreiben an ungeimpfte Mitarbeiter verfasst hatten. In diesem wurden sie ersucht, bis Ende Jänner einen Impfnachweis oder Alternative zu erbringen. Andernfalls würde gegen das Impfgesetz verstoßen. „Wir sehen uns dann als Dienstgeber in der Pflicht, diesen Verstoß bei der Bezirkshauptmannschaft anzuzeigen“, stand im Schreiben.
Dieses machte schnell die Runde, tauchte außerhalb der Gemeinde- und Landesgrenzen auf und sorgte vor allem bei den Impfgegnern für Empörung. Zahlreiche Belehrungen sowie wüste Beschimpfungen und Beleidigungen - unter anderem wurden die Verfasser des Schreibens als „kriminelle Subjekte“ bezeichnet - folgten.
Wesentlich ruhiger verwies Thomas Kelterer, Landesvorsitzender der younion auf die bestehenden Gesetze. „Für den Dienst in der Gemeinde gilt nach wie vor die 3-G-Regel. Regelmäßige Tests sind ausreichend.“ Eine Weiterleitung von Gesundheitsdaten wäre zudem rechtswidrig. Grundsätzlich sollten Gemeindechef kein zusätzliches Öl mit überzogenen und rechtswidrigen Forderungen gegenüber den Mitarbeitern ins Feuer gießen.
Entschuldigung
In Fußach ist Böhler inzwischen wieder rückgerudert und hat sich für den Inhalt entschuldigt. „Nachträglich muss ich gestehen, hätten wir uns besser ausdrücken können“, gab der Bürgermeister zu. Er habe den Text zwischen zwei Terminen zwar schnell inhaltlich geprüft, nicht aber die Wortwahl. "Ich entschuldige mich daher bei all jenen, die sich von der Wortwahl verunsichert gefühlt haben - von uns wird natürlich niemand angezeigt. Außerdem entschuldige ich mich bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die teilweise öffentlich genannt wurden - die Verantwortung liegt hier vollinhaltlich bei mir."
Was das Thema Impfen angeht sei er aber nach wie vor der Überzeugung, dass dies die wirksamste Maßnahme sei, die Pandemie zu bekämpfen. „Die Wissenschaft ist sich bezüglich der Schutzwirkung auch gegen Omikron einig.“








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