Di, 19. Juni 2018

Kartnig-Prozess

10.05.2011 12:37

Security-Firma und unbezahlte Fuhre Humus im Fokus

Auch Kleinvieh macht Mist: Das haben auch Ex-Sturm-Präsident Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte am Dienstag auf der Anklagebank am Grazer Straflandesgericht zur Kenntnis nehmen müssen. Erneut kamen unbezahlte Rechnungen zur Sprache, diesmal ging's um eine Fuhre Humus, Handtücher und Bademäntel. Als Zeugen waren verschiedene Vertreter von Firmen geladen, denen der Grazer Fußballklub laut Anklage Geld schuldig geblieben ist.

Am 19. Verhandlungstag hatte das Publikumsinteresse deutlich nachgelassen, viele Reihen im großen Schwurgerichtssaal blieben leer. Zunächst wurde ein Fitnesstrainer befragt, dessen Security-Firma von 2005 bis 2008 für Sturm tätig war.

Bei der Aufnahme der Personalien kam zur Sprache, dass diese bis vor Kurzem streng geheim gehalten werden mussten. Er habe als Leibwächter gearbeitet, so der 37-Jährige, "ich war für die Sicherheit eines Ex-Politikers aus Kasachstan verantwortlich". Damals bei Sturm waren seine Leute allerdings eher für Ordnerdienste und Eingangskontrolle zuständig, das war etwas weniger brisant.

Zeuge: "Ich wollte Sturm nicht sponsern"
Der Vertrag lief über den Geschäftsmann Klaus Leutgeb, der einige Zeit im Sturm-Vorstand war und der auch an der Security-Firma des Zeugen beteiligt war. "Wer war der Kopf des Unternehmens?", fragte Richter Karl Buchgraber. "Leutgeb", so die Antwort. "Sie waren also sein Strohmann", ergänzte Kartnig-Verteidiger Michael Pacher. "Ja, genau." Leutgeb wollte den Fitnesstrainer auch noch überreden, einen Firmenkredit aufzunehmen, um Sturm eine Million Euro spenden zu können. "Ich wollte Sturm aber nicht sponsern", so der Zeuge.

Dann ging es um eine Fuhre Humus für das Trainingszentrum, für die der Verein 287 Euro schuldig geblieben ist, außerdem um Handtücher und Bademäntel, die aber mittlerweile bezahlt wurden. Über Plakate, Werbefolder und Visitenkarten wurde bereits geredet, Tankrechnungen und Stadionmieten werden ein anderes Mal besprochen.

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