Di, 23. Oktober 2018

Im Müll "entsorgt"

09.05.2011 13:17

Interne Ermittlung nach Tod von 15-Jähriger beendet

Die interne Ermittlung der Jugendwohlfahrt nach dem tragischen Drogentod der 15-jährigen Melanie im März in der Weststeiermark ist nun abgeschlossen. Das Mädchen war an einer Überdosis gestorben und von ihrem Freund in einem Müllcontainer "entsorgt" worden. Obwohl weder Behörde noch Betreuer ein kausales Verschulden an dem Tod der Jugendlichen anzulasten ist, wurden daraus Lehren gezogen, die zumindest in eine stärkere Zusammenarbeit mit der Drogenberatung münden wollen, hieß es am Montag.

Es habe sich ein "Spannungsfeld zwischen Jugendwohlfahrt und Drogenproblematik" gezeigt, weil nur Maßnahmen getroffen werden könnten, die von der betroffenen Person zugelassen würden, hieß es aus dem Büro von Soziallandesrat Siegfried Schrittwieser. Nun soll versucht werden, "neue Betreuungsfelder im Bereich der Jugendwohlfahrt zu erschließen, die über den bisherigen Standard hinausgehen, etwa in Form einer stärkeren Kooperation mit bestehenden Drogenberatungsstellen".

Strafverfahren gegen Freund eingeleitet
Die 15-jährige Melanie war am 23. März tot in einem Müllcontainer in Groß St. Florian gefunden worden. Wie sich herausstellte, war das Mädchen an einem Drogen-Cocktail gestorben. Der 22-jährige drogenabhängige Freund, mit dem sie das Suchtgift gekauft und konsumiert hatte, wurde ausgeforscht: Er gab an, beim Aufwachen Melanie tot neben sich aufgefunden und sie "in Panik" weggebracht zu haben. Gegen ihn ist ein Strafverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung bei der Staatsanwaltschaft Graz anhängig.

War betreutes Wohnen für Melanie geeignet?
In dem Fall war auch die Frage nach Erfüllung der Aufsichtspflicht gestellt und bezweifelt geworden, ob betreutes Wohnen die richtige Unterbringungsform war. Melanie, die im Alter von zwei Jahren von ihren Eltern wegkam und in der Folge häufig Pflegefamilien und stationäre Einrichtungen wechselte, galt als "schwierig". Die Jugendwohlfahrt musste eine individuelle Maßnahme für sie entwickeln, eben betreutes Wohnen in der Nähe des neuen Wohnortes ihrer Mutter. Den Betreuern war das Suchtgiftproblem bekannt, auf den Konsum harter Drogen dürfte sie aber erst in den letzten Wochen ihres Lebens verfallen sein.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Steiermark

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.