Air-France-Absturz

Todesflug 447: Zweite Leiche aus Wrack geborgen

Ausland
06.05.2011 20:50
Ein Bergungsteam hat am Freitag eine zweite Leiche aus dem Wrack der vor knapp zwei Jahren in den Atlantik gestürzten Air-France-Maschine geholt. Die sterblichen Überreste seien am Morgen an Bord des Bergungsschiffs "Ile de Sein" gebracht worden, wo Gewebeproben für einen möglichen DNA-Test entnommen wurden, teilte die französische Polizei in Paris mit. Erst am Vortag hatte das Team in einer beispiellosen Aktion eine erste Leiche aus 4.000 Metern Meerestiefe geborgen.

Noch nie zuvor war ein Todesopfer nach so langer Zeit aus einer solchen Tiefe aus dem Wasser geholt worden. Unklar blieb weiterhin, ob die Bergung aller Leichen technisch machbar ist.

Die von den Leichen entnommenen Proben sollen zusammen mit den beiden Anfang der Woche gefundenen Flugschreibern der Unglücksmaschine nun nach Paris geschickt werden. Dort sollen Experten dann feststellen, ob eine Identifizierung der Opfer durch ihr Genmaterial überhaupt noch möglich ist. Experten waren eigentlich davon ausgegangen, dass die Leichen durch die lange Zeit bei niedrigen Temperaturen und geringem Sauerstoffgehalt auf dem Meeresgrund gut erhalten sein könnten. Durch die Bergung und den Kontakt mit der Luft könnten sich die sterblichen Überreste aber schnell zersetzen.

Absturzursache immer noch unklar
Der Airbus war am 1. Juni 2009 auf dem Weg vom brasilianischen Rio de Janeiro nach Paris mit 228 Menschen an Bord in den Atlantik gestürzt. Nur etwa 50 Leichen konnten nach dem Absturz geborgen werden. Warum der Airbus verunglückte, ist noch unklar. Aufschluss erhoffen sich die Ermittler nun von den gefundenen Flugschreibern.

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