Mi, 21. November 2018

Wodka-Likör-Exzess

06.05.2011 10:19

Zehnjähriger landet mit zwei Promille Alkohol im Spital

Eine 0,7-Liter-Flasche eines Wodka-Likörs mit 20 Prozent Alkoholgehalt hat am Donnerstagnachmittag ein zehn Jahre alter Schüler auf einem Spielplatz in Gratwein im Bezirk Graz-Umgebung geleert. Er wollte um 20 Uhr mit dem Fahrrad nach Hause fahren, schaffte das aber nicht mehr. Der Bub blieb regungslos am Boden liegen.

In nur vier Stunden hatte der Bursche die Flasche "Eristoff Black", ein schwarzes Wodkagetränk mit Beerengeschmack, ausgetrunken. Laut Polizei wollte er sich damit vor anderen Kindern beweisen. Gegen 20 Uhr konnte er sich nicht mehr auf den Beinen halten und wollte nach Hause. Er torkelte auf einen Gehsteig zu, fiel um und blieb liegen. Passanten verständigten die Polizei.

Mehr als zwei Promille
Nach der Erstversorgung wurde der Bub durch ein Rettungsteam in die Kinderklinik des LKH Graz überstellt. Nach Auskunft der Ärzte wurde ein Blutalkoholgehalt von mehr als zwei Promille feststellt - Lebensgefahr bestand aber keine.

Die leere Wodkaflasche wurde sichergestellt. Woher sie der Schüler bekommen hatte, ist offen. Er konnte noch nicht befragt werden. Eine Verletzung der Aufsichtspflicht durch die Eltern dürfte nicht vorliegen, zumindest was die Uhrzeit betrifft. Der Zehnjährige hätte laut Gesetz erst um 21 Uhr daheim sein müssen.

Süße Mischgetränke besonders gefährlich
Dass gerade süße Mischgetränke, die nicht nach Hochprozentigem schmecken, besonders gefährlich sein können, bestätigte Alkohol- und Suchtexperte Dr. Michael Musalek am Freitag: "Ein normales alkoholisches Getränk - Wein, Bier oder auch klassischen Wodka - bringt der Jugendliche in der Regel in dem Alter nicht hinunter, weil sein Körper vorher alle Abwehrreaktionen zeigt." Merke man einem Drink den Alkoholgehalt aber nicht an, würden Jugendliche generell stärker animiert. "Wenn die Getränke noch dazu süß sind, wird das Durstzentrum angeregt, wodurch man das Gefühl bekommt, mehr trinken zu müssen. Man hat Gusto auf mehr."

Musalek: "Trinkt man solche Getränke rasch, ist das Problem, dass sich die Merkmale des Alkoholkonsums - Übelkeit, Erbrechen - erst später einstellen. Dadurch kommt es leichter zu Vergiftungen." Von Koffein in alkoholischen Getränken gehe ebenfalls eine Gefahr aus: "Die Betrunkenheit spürt man dadurch, dass man müde und benommen wird. Durch das Koffein tritt das nicht ein."

"Dramatische Vorverlegung des Einstiegsalters"
Laut Musalek greifen immer mehr junge Menschen immer früher zu Alkohol: "Wir haben eine dramatische Vorverlegung des Alkoholeinstiegsalters. Zwischen elf und 13 Jahren ist es durchaus üblich, dass die ersten Erfahrungen mit Alkohol gemacht werden, früher war das mit 14 bis 16 Jahren so."

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