Fr, 22. Juni 2018

Bezirk schert aus

04.05.2011 15:59

Bettelverbot: Kapfenberg will Sonderregelung

So schnell kann es gehen: Bereits einen Tag nach Inkrafttreten des neuen Bettelverbotes werden aus den Bezirken erste kritische Stimmen laut. Es sind vor allem die obersteirischen Kernbastionen der SPÖ, in denen laut über Ausnahmeregelungen nachgedacht wird. In der Arbeiterstadt Kapfenberg etwa will man eine Art Gewerbeschein für Bettler einführen, im Juni wird darüber entschieden.

Das auf Landesebene von SP und VP paktierte Bettelverbot, das - wie berichtet - seit Dienstag steiermarkweit gilt, polarisiert. Nicht nur die Bevölkerung ist sich uneinig, auch innerhalb der regierenden Parteien wird gestritten und diskutiert.

Kein generelles Ja zum Betteln
Vor allem bei der SP tun sich bereits deutliche Gräben auf: "Wir lassen von unseren Juristen prüfen, ob wir Lizenzen an Bettler ausgeben dürfen. Wichtig dabei wäre, dass wir Spielregeln gestalten - sprich, bestimmen können, wie viele Bettler wo sitzen dürfen", signalisiert Brigitte Schwarz, Bürgermeisterin von Kapfenberg, Interesse an einer Sondergenehmigung. Allerdings: Ein generelles Ja zum Betteln werde es sicher nicht geben, da dadurch Kapfenberg zur steirischen Bettelhauptstadt würde. Bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 21. Juni will man darüber abstimmen.

"Problem auf gesamte Steiermark umgewälzt"
Auch im benachbarten Bruck sieht man die Sache anders als in Graz. Bürgermeister Bernd Rosenberger: "Hier wurde ein Problem, das nur in der Landeshauptstadt besteht, auf die gesamte Steiermark umgewälzt, das finde ich nicht richtig. Dennoch muss und werde ich mich an eine demokratische Entscheidung halten", sagt der SP-Politiker. Matthias Konrad, Stadtchef vom roten Leoben, bleibt den Landesgenossen gänzlich treu: "Betteln als Einnahmequelle ist strikt abzulehnen!"

von Barbara Winkler, "Steirerkrone"

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