08.01.2022 09:00 |

Krippenbau

„Wir sangen auch im Sommer Weihnachtslieder“

Der Krippenbau hat immer Saison. Das zeigt auch die durch und durch außergewöhnliche Ausstellung von Albert Gohm, die derzeit im Feldkircher Pulverturm zu bewundern ist.

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Albert Gohm ist 85 Jahre alt, an Kreativität und Phantasie mangelt es ihm nicht - davon zeugt allein schon die immense Vielfalt der ausgestellten Krippen. Die Objekte stehen aber nicht nur für sich, sondern bilden als Ensemble auch einen Querschnitt der Krippenbaugeschichte ab. „Ich habe immer schon gerne gebastelt, darüber hinaus bin ich bis zum heutigen Tag ein begeisterter Maler“, erzählt Gohm. Die idealen Voraussetzungen brachte er also mit, dennoch dauerte es eine Weile, bis er den Krippenbau für sich entdeckte. So richtig auf den Geschmack kam der Feldkircher, als er vor 35 Jahren zusammen mit seinem Sohn Alexander einen Krippenbaukurs in Tisis besuchte. In weiterer Folge ließ er sich dann in Innsbruck zum Krippenbaumeister ausbilden und konnte fortan selbst Kurse leiten.

Eine Krippe für den Bundespräsidenten
Im Laufe der Jahre hat er viele besondere Krippen gebaut - und manchmal gibt es auch ein unverhofftes Wiedersehen: „Vor vielen Jahren habe ich einmal im Burgenland einen Kurs geleitet. Eine dabei entstandene Krippe wurde dann von allen Teilnehmern an den damaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil übergeben. Erst vor Kurzem habe ich die Krippe im Fernsehen wiedergesehen - und zwar unter dem Weihnachtsbaum des heutigen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen. Da war ich schon ein wenig baff“, lacht der rüstige Pensionist.

In Innsbruck lernte er einst auch Josef Seidl, ein Oberösterreicher aus Steyr, kennen. Aus der gemeinsamen Leidenschaft für den Krippenbau entwickelte sich nicht nur eine tiefe Freundschaft, sondern entstanden auch viele Projekte. Unter anderem haben die beiden das Innere eines ÖBB-Waggons zur Krippe ausgebaut. Dieser Waggon ist dann im Zuge einer Spendenaktion durch ganz Österreich getourt, zweimal machte er auch in Gohms Heimatstadt Feldkirch Station: „Ich durfte dann eine Spende in Höhe von 72.000 Schilling übergeben, das hat mich schon sehr gefreut“, erinnert er sich noch heute lebhaft an dieses Highlight. Befragt nach seinen schönsten Erlebnissen, kommt er einmal mehr auf seinen Freund aus Steyr zu sprechen: „Das gemeinsame Arbeiten an einem Projekt war immer ein riesen Spaß. Mitten im Sommer haben wir Weihnachtslieder gesungen, zwischendurch auch mit einem Bier in der Hand!“

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