20.12.2021 08:25 |

Heldinnen & Helden

Lebensretterin aus der Coronaschleuse im Fokus

Patricia Zangerl arbeitet in der Coronaschleuse im Krankenhaus Bregenz. Dafür wurde sie nun als „Lebensretterin“ ausgezeichnet. Sie habe die Medaille zwar entgegengenommen, aber stellvertretend für all ihre Mitarbeiter, sagt Patricia, Diplomkrankenschwester und Betriebsrätin im Spital der Vorarlberger Landeshauptstadt. Denn andere seien noch viel stärker belastet als sie, die seit Monaten in der Schleuse arbeitet.

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Jeder, der mit Corona infiziert ist, landet in der Schleuse. Um niemand anderen im Spital anzustecken, werden Covid-Patienten nur hier aufgenommen. Solche, die sich selbst ins Krankenhaus einweisen lassen, weil sie ein wenig husten. Und solche, die kaum mehr Luft kriegen und bereits um ihr Leben kämpfen. Um sie alle kümmert sich Zangerl, in voller Schutzmontur, um sich keinesfalls anzustecken. Schon in der ersten Welle 2020 war Zangerl in der Schleuse tätig, neben ihrem Fulltime-Job als Betriebsrätin. Immer wieder sind es 12-Stunden-Dienste, die die Krankenschwester übernimmt. Und immer wieder muss sie einspringen, weil wieder ein Krankenstand abzudecken ist. Urlaubs- und Überstunden häufen sich gleichermaßen an. Nicht nur bei ihr.

Die Coronawellen haben die prekäre Situation in den Krankenhäusern noch einmal angefeuert. „Seit Jahren machen wir auf den Personalmangel aufmerksam“, sagt Zangerl. Viele würden in die Schweiz abwandern. „Fraglich ist, wie sich die Impfpflicht auswirken wird. Deutschland und auch die Schweiz wollen da nachziehen. Wo werden die Mitarbeiter, die sich nicht impfen lassen wollen, dann arbeiten?“, fragt sie.

Von dem Auseinanderdividieren der Menschen in „geimpft“ und „ungeimpft“ hält Zangerl nicht viel. Aber wenn dann im Spital Zettel verteilt werden, auf denen steht „Ihr ungeimpften Mitarbeiter seid erwünscht“, fragt sie sich: „Die Geimpften nicht?“

Vernünftiger wäre es, meint sie, für jeden Coronatoten eine Kerze anzuzünden. Dass man an Corona sterben kann, würden nämlich immer noch nicht alle verstehen. Würde der eine oder die andere Zangerl vielleicht einen Tag lang bei ihrem Job begleiten können - vielleicht wäre das Thema Corona ebenso emotional aufgeladen wie jetzt. Aber mit Empathie.

„Lebensretter“: zu sehen morgen Montag um 21.05 Uhr auf ORF 2

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