20.12.2021 07:33 |

Walchs Schwung-Ansatz

Ferdl Hirscher hat Patricks Potenzial erkannt

„Krone Vorarlberg“-Skiexperte Magnus Walch verrät in seiner Kolumne „Schwung-Ansatz“, weshalb in seiner persönlichen Video-Playlist Marcel Hirscher von Alta Badia-Sensationsmann Patrick Feurstein abgelöst wurde und was der vierte Rang beim Mellauer auslösen kann...

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Als Skirennläufer verbringt man viel Zeit damit, sich Videos von den besten Läufen der besten Athleten anzusehen. Man tut das, um von ihnen zu lernen und sich die richtigen Bewegungsabläufe einzuprägen. Marcel Hirschers Videos aus Alta Badia waren bis dato meine persönlichen Favoriten. Jetzt habe ich ein neues Lieblingsvideo. Und sicher nicht nur ich. Was war das für ein genialer zweiter Lauf von Patrick Feurstein? Freche Linie, dynamische Bewegung, Beschleunigung aus jedem Schwung. Skirennfahren in Perfektion.

Die Premiere auf der Gran Risa hätte für Patrick nicht besser laufen können. Seine Freude war riesig. Und jeder freute sich mit ihm und vergönnte es ihm von Herzen nach seinem harten Weg. Sein bester Freund und Teamkollege Thomas Dorner schrieb auf Instagram: „Keiner verdient es mehr.“

An Patricks Reaktion im Ziel konnte man sehen, dass er selbst gespürt hat, wie gut dieser Lauf war. Emotionen pur. Im Interview danach meinte er: „Ich war teilweise extrem am Limit. Die Zeitabstände waren eng, ich wusste, dass mit einem guten Lauf ein Riesenschritt nach vorne möglich ist.“

Ein solider erster Durchgang hat Patrick mit Zwischenrang 27 eine gute Ausgangslage verschafft. In solch einer Position gilt es voll anzugreifen und trotzdem nicht zu überpacen. Gar nicht so einfach, wie es klingt. Patrick hat die richtige Mischung gefunden und konnte mit großem Vorsprung im Ziel abschwingen. Sein Lächeln am roten Leader-Stuhl wurde von Läufer zu Läufer breiter. Es ging Schritt für Schritt nach vorne. Top 15: Yes. Top 10: Wahnsinn. Top 5: Einfach unglaublich.

Im Training zeigte Patrick schon oft, wozu er imstande ist. Dass er unglaublich viel Potenzial hat, war vielen klar. Auch Ferdl Hirscher hat das erkannt und ihn unter seine Fittiche genommen. Er habe viel Anteil am Erfolg, meint Patrick. In Val d"Isere hat es endlich auch im Weltcup mit den ersten Punkten geklappt. Dann, eine Woche später, Rang vier. Was bedeutet so ein Ergebnis? Zuerst einmal Bestätigung für einen selbst. Bestätigung dafür, dass man dabei ist bei den Besten. Dass das, was man tut, gut ist. Richtig gut sogar. Und dann kann so ein Ergebnis auch diesen erstrebenswerten Flow auslösen. Wenn es ohne viel Nachdenken einfach läuft.

Heute ist ein neuer Tag, ein neues Rennen. Das gute Gefühl von gestern nimmt Patrick aber ganz sicher mit und steht mit breiter Brust am Start. Und mit einem Lächeln. Viel Spaß Patrick! Ach ja, eines hätte ich fast vergessen: Mit diesem Resultat ist gestern im ÖSV-Büro wahrscheinlich ein weiteres Flugticket nach China gebucht worden.

Magnus Walch
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