Anrainer sind empört

Wenig Handhabe gegen Deponie mitten in Sierning

 Nichts wurde es mit dem verfrühten Weihnachtsgeschenk für rund 2500 Sierninger. Sie wehren sich gegen die Pläne für eine Baurestmassen-Deponie in der Nähe eines Siedlungsgebiets und zogen vor Gericht. Die sechsstündige Verhandlung endete ohne Richterspruch. Sie wird im Frühjahr fortgesetzt.

„Wir sind nicht gegen die Deponie, nur gegen den Standort“, ließ Florian Auer von der Bürgerinitiative „Keine Deponie mitten in Sierning“ bei der Verhandlung am Landesverwaltungsgerichtshof in Linz wissen. So wie Auer denken rund 2500 weitere Personen, die sich den Protesten angeschlossen und sich auch an LH Thomas Stelzer (VP) gewandt haben.

Naturschutzgebiet in der Nähe
Ihr Hauptkritikpunkt: Die Baureststoffe sollen in der derzeitigen Schottergrube nur wenige Meter von einer Wohnsiedlung und in der Nähe des bekannten Naturschutzgebiets Kuhschellenleite“ gelagert und wiederverwertet werden. Befürchtet werden nicht nur mehr Lärm und Verkehr sowie eine Verunreinigung des Grundwassers, sondern die Lagerung gefährlicher Stoffe, wie zum Beispiel Asbest.

Politik geschlossen gegen die Pläne
Auch SP-Bürgermeister Richard Kerbl und „Vize“ Irene Moser (VP) haben gar keine Freude mit den Plänen. „Natürlich wäre eine Deponie im Ort ein Wahnsinn. Wir werden alles versuchen, um das zu verhindern. Es wird nicht leicht, alle gesetzlichen Vorgaben werden eingehalten“, ist Kerbl nach der Verhandlung enttäuscht. Vor der nächsten Runde vor Gericht im Frühjahr hoffen die Sierninger aber noch auf eine Änderung des Abfallwirtschaftsgesetzes und die Einführung eines Mindestabstands von Deponien zu Siedlungen von 300 Metern. Diesen gibt es derzeit nicht.

Erst Schottergrube, dann Siedlung
Bei der Firma Hasenöhrl hat man für die Proteste durchaus Verständnis. Festgehalten wird aber auch, dass zunächst die Schottergrube und erst danach rundherum viele Häuser errichtet wurden.

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