Fr, 17. August 2018

Neue Innenministerin

19.04.2011 15:07

Johanna Mikl-Leitner: Fekter II, übernehmen Sie!

Auch mit Johanna Mikl-Leitner wird das Innenministerium nicht zum Hort sanfter Töne. Die niederösterreichische Landesrätin gilt wie ihre Vorgängerin im Amt, Maria Fekter, als hart in Sache und Ton. Erfahrungen in Wien hat die 47-Jährige durch ihre Zeit als Abgeordnete im Nationalrat und als "harte Hand" des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll, der bei der Regierungsumbildung maßgeblich das Sagen hatte.

Von Kontrahenten wird ihr Stil manchmal als verbissen aufgefasst, während ihrer Zeit als Parteimanagerin des "Machtapparates VP Niederösterreich" ließ die 47-jährige Mutter zweier Kinder am politischen Gegner oft kein gutes Haar. Danach führte Johanna Mikl-Leitner als Landesrätin (seit 2003) die Sozial- und Europaagenden etwas ruhiger und zunehmend kompromissfähig.

Mikl-Leitner entstammt klarerweise der niederösterreichischen ÖVP, der sie im Wesentlichen nun auch ihren Karrieresprung verdankt. Die gebürtige Hollabrunnerin mit Wohnsitz in Klosterneuburg ist ausgebildete Wirtschaftspädagogin. Vor ihrem Wechsel in die Politik war Mikl-Leitner u.a. ein Jahr Lehrerin an der Handelsakademie Laa an der Thaya, gleichzeitig Unternehmensberaterin, danach drei Jahre Trainee bei der Industriellenvereinigung, ehe sie 1995 nach einem zweijährigen Intermezzo im Verlagswesen in die Marketingabteilung der ÖVP Niederösterreich - unter dem damaligen Landesgeschäftsführer Ernst Strasser - einstieg.

Beim zweiten Baby schon wieder in NÖ
Ihre Basis in der Partei legte sie sich mit der Organisation der "Initiative für Erwin Pröll" bei der Landtagswahl 1993. Der Mikl-Leitner-Aufstieg ging weiter voran. 1998 übernahm sie die Landesgeschäftsführung, ein Jahr später wechselte sie nebenbei in den Nationalrat. Zu dieser Zeit wurde sie auch erstmals Mutter.

Ihr zweites Kind bekam die künftige Innenministerin dann schon als Landesrätin. Landeshauptmann Erwin Pröll hatte sie 2003 zurück in die Heimat geholt, wo sie unter anderem für Europa- und Familienagenden, zuletzt auch für Soziales zuständig war. Neben ihrer direkten politischen Tätigkeit ist Mikl-Leitner auch im niederösterreichischen Hilfswerk aktiv, zudem leitet sie das Europaforum Wachau seit über zehn Jahren.

Als Landesrätin fehlerfrei, aber keine Erfahrung mit Polizei
Dass sie in der niederösterreichischen Partei mittlerweile ein echter Machtfaktor ist, zeigte sich zuletzt bei der Kür von Parteichef Josef Pröll, als sie quasi als Vertretung von Landeshauptmann Pröll zur stellvertretenden Bundesparteiobfrau bestellt wurde - eine Rolle, in der sie aber praktisch nicht auffiel. Als Landesrätin leitete Mikl-Leitner ihr Ressort unauffällig bis fehlerlos. Das erwartet ihre Partei wohl auch im heiklen Innenressort von ihr. Auch wenn sie bisher nicht mit Sicherheitsagenden betraut war, hat sie zumindest in einem Innenministeriumsthema schon Ressorterfahrung: Mikl-Leitner ist in Niederösterreich Zuständige für Sektenfragen.

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