Tatort: Karlsplatz

U-Bahn-Coup: „Stirnfransen-Räuber“ im Visier

Mit schwarzen, stark nach vorne gegelten Haaren - so soll ein Täter ein Kind (13) am Wiener Karlsplatz überfallen haben: Fahndung!

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Nach akribischen Ermittlungen ist es Beamten des Landeskriminalamtes (Außenstelle Zentrum/Ost, Ermittlungsbereich Raub), gelungen, einen Jugendlichen mit Bild ausfindig zu machen. Der jung aussende Bursch soll in der U-Bahn als Räuber in Erscheinung getreten sein. Die Polizei hat ihn nun aber im Visier und bittet um öffentliche Mithilfe!

„Forderte das Opfer auf, ihm zu folgen“
Rückblick: Am 20. August gegen 20.15 Uhr war der komplett in Schwarz gekleidete Teenager mit weißen Kopfhörern und MNS-Maske bei der Station Karlsplatz unterwegs. Der Bursche mit seitlich abrasierten und nach vorne gekämmtem, schwarzem Haupthaar soll einen 13-Jährigen bei der Rolltreppe von der U4 zur U1 bedrängt haben. „Der Verdächtige forderte das Opfer auf, ihm zu folgen“, berichtete der Wiener Polizeisprecher Mohamed Ibrahim im Gespräch mit der „Krone“.

Diese ungewöhnlichen Szenen könnten auch andere, aufmerksame Öffi-Nutzer mitbekommen haben (siehe Interview unten).

Kopfhörer und Geld erbeutet
Ibrahim weiter: „Der Tatverdächtige soll in weiterer Folge Geld und Kopfhörer vom Opfer gefordert haben.“ Das verängstigte Kind übergab dem mutmaßlichen „Stirnfransen-Räuber“ die Sachen. Mit knapp mehr als zehn Euro und den Kopfhörern flüchtete der Täter.

Hinweise auf den Verdächtigen werden unter der Telefonnummer 01/31310 – 62800 erbeten.

Psychologin Christina Beran gibt Tipps, wie man sich bei Öffi-Notfällen richtig verhält.

„Krone“: Was mache ich aus psychologischer Sicht, Frau Beran, wenn ich beim U-Bahn-Fahren bemerke, dass neben mir ein junger Bursch von einem anderen bedroht und ausgeraubt wird? Soll ich andere Öffi-Fahrer um Hilfe bitten?
Christina Beran: In erster Linie Alarm schlagen! Zudem sind Menschen soziale Wesen und orientieren sich an anderen. Wenn alle schlicht beobachten, wird psychologisch suggeriert, es ist das richtige Verhalten, weil es alle tun. Das gilt aber auch für die andere Richtung. Wenn also mehrere Öffi-Fahrer lautstark protestieren, gilt das als richtig!

Soll ich versuchen, selbst einzuschreiten?
Zivilcourage ist wichtig, aber man darf sich nicht selbst in Gefahr bringen.

Wie verhalte ich mich, wenn ein potenzieller Täter auf mich zustürmt?
Psychologisch betrachtet gilt es, so früh wie möglich einen Ausweg zu finden. Daher ist es eine gute Idee, sich mit Fragen wie diesen und den Handlungsmöglichkeiten, die einerseits die eigene Sicherheit gewährleisten und uns auch ermöglichen, anderen zu helfen, sich bereits auseinanderzusetzen, wenn man ruhig und aufnahmefähig ist. Und das auch immer wieder, damit wir uns das gut einprägen.

Wie schlage ich Alarm?
Mit dem Handy den Polizeinotruf wählen, und in den Wiener-U-Bahn-Stationen gibt es Leitsysteme, die Sicherheitssysteme sichtbar machen. Das Motto lautet: Auch ein Zweifelsfall ist ein Notfall!

Matthias Lassnig
Matthias Lassnig
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