29.11.2021 09:21 |

Für nächste Generation

Warum Fremdsprachenkenntnisse so wichtig sind

Die Nachfrage nach mehrsprachigen Fachkräften steigt. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung aus dem Jahr 2019 suchen Unternehmen zunehmend Mitarbeiter, die mehr als eine Sprache sprechen. Dies gilt insbesondere für Unternehmen und Branchen, die Dienstleistungen anbieten, die ein hohes Maß an menschlicher Interaktion erfordern, wie z. B. das Finanz- und Gesundheitswesen.

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Dennoch scheint der Fremdsprachenunterricht in Schulen keine hohe Priorität zu haben. Aus einem Bericht geht hervor, dass 91 % der Schüler in europäischen Schulen Englisch lernen, während nur 14 % der beispielsweise US-Schüler Spanisch, 2 % Französisch und 1 % Deutsch lernen.

Hat das Erlernen von Fremdsprachen Priorität?
Es stimmt, dass das Erlernen von Fremdsprachen viele Jahre lang keine Priorität hatte. Dieses Denken ist Teil einer größeren Denkweise darüber, wie das Sprachenlernen im 21. Jahrhundert aussieht, über den Platz in der Welt und über die unzähligen Vorteile, die das Sprachenlernen mit sich bringt.

Sicherlich gibt es in weiten Teilen der Öffentlichkeit eine traditionelle Auffassung vom Sprachenlernen. Viele Erwachsene blicken heute auf ihre Erfahrungen mit dem Erlernen von Französisch oder Spanisch zurück und werden bestätigen, dass sie heute kaum noch ein Wort davon sprechen können. Aber das Sprachenlernen im 21. Jahrhundert hat sich weiterentwickelt. Man legt mehr Wert auf authentische, ausgerichtete, kulturell relevante Aktivitäten. Pädagogen können die Technologie als ergänzendes Instrument nutzen, um das Lernen mit Spielen zu unterstützen und die Fortschritte der Schüler zu bewerten.

Wir hören hierzulande ständig, dass „alle Menschen auf der Welt Englisch sprechen, wozu also eine weitere Sprache lernen?“ Um es ganz offen zu sagen: Das ist einfach nicht der Fall. Die meisten Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit zwischen 1,5 und 2 Milliarden Menschen Englisch sprechen (etwa 20-25 %), aber nur ein Bruchteil davon sind Muttersprachler - der Rest verfügt über relativ geringe Sprachkenntnisse, sowie auch die deutsche Bevölkerung.

Während Englisch in mehr als 100 Ländern gesprochen wird, sind Sprachen wie Arabisch, Französisch, Chinesisch, Spanisch, Deutsch und Persisch ebenfalls weltweit verbreitet. Bengalisch, das von mehr als 265 Millionen Menschen vor allem in Bangladesch und Indien gesprochen wird, hat mehr Sprecher als die Deutsche Sprache (132 Millionen) und Japanisch (126 Millionen) zusammen. Und nach Angaben des deutschen Kultusministeriums sprechen schätzungsweise 65 Millionen Menschen zu Hause eine andere Sprache als Englisch. Die Sprachenvielfalt ist weit verbreitet, und sie wird bleiben.

Mit dieser rein englischsprachigen Weltanschauung geht die Ansicht einher, dass das Erlernen einer Sprache nicht dazu beitragen kann, einen Arbeitsplatz zu finden. Auch diese Vorstellung ist schlichtweg falsch. In einer kürzlich durchgeführten Studie gaben neun von zehn Arbeitgeber an, dass ihre Mitarbeiter auf andere Sprachkenntnisse als Englisch angewiesen sind. Fast ein Drittel berichtet von einer hohen Abhängigkeit. Auch wenn die Fremdsprachen-Fächer in den Lehrplänen der Kindergärten und Schulen nach wie vor am beliebtesten sind, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass Sprachen miteinander verflochten und für die Ausbildung global kompetenter Arbeitskräfte entscheidend sind.

Wenn sich dieser Trend fortsetzt, welche Auswirkungen könnte er auf die nächste Generation von Arbeitskräften haben?

Ist eine Fremdsprache eine wichtige berufliche Qualifikation?
Wenn sich dieser Trend fortsetzt, wird er über Generationen hinweg verheerende Auswirkungen auf unsere Arbeitskräfte haben. Die Nachfrage nach Sprachkenntnissen ist so groß wie nie zuvor - und sie wird noch größer. Wir beobachten eine steigende Nachfrage nach mehreren Sprachen in allen Branchen, unabhängig von der Größe des Unternehmens.

Mit anderen Worten: Es ist ein Mythos, dass man nur dann eine Sprache lernen muss, wenn man im Ausland arbeiten will: Sprachkenntnisse werden benötigt, um unsere Arbeitskräfte hier im Land zu stärken.

Wie kann man abgesehen von der Schule oder Studium eine Fremdsprache erlernen?
Ein höheres Sprachniveau in der Mittel- und Oberstufe wird hoffentlich dazu führen, dass mehr Sprachprogramme an Hochschulen und Universitäten angeboten werden. Mehr auf Sprachkenntnissen basierende Sprachkurse und interdisziplinäre Programme, die auf College- und Universitätsebene angeboten werden, führen zu besser vorbereiteten globalen Bürgern und Arbeitnehmern im 21. Jahrhundert. Man kann nicht nur in der Schule oder im Studium eine Fremdsprache erlernen, sondern dank der Technologie auch im Internet. Englisch online lernen mit Preply ist kinderleicht und öffnet einem viele Türen.

Wie können wir die Einstellung ändern, dass Fremdsprachen ein „nice to have“ und nicht ein „must-have“ sind?
In einem Land mit einer so großen Sprachenvielfalt wie in Deutschland werden mehr als 300 weitere Sprachen gesprochen. Sprachen verbinden uns miteinander. Sie helfen uns, andere Kulturen und andere Menschen zu verstehen. In wirtschaftlicher Hinsicht wird die Nachfrage nach Sprachkenntnissen in dem Maße steigen, in dem wir zu Hause sprachlich vielfältiger werden und die internationale Wirtschaft weiter globalisiert wird.

In einer Studie von 2019 zu Sprachkenntnissen in der Arbeitswelt heißt es, dass einer von drei Arbeitgebern, die von Sprachkenntnissen abhängig sind, eine Lücke bei den Sprachkenntnissen angibt, und dass ein erstaunlicher Anteil von vier Arbeitgebern aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse ihrer Mitarbeiter entweder Aufträge verloren hat oder nicht in der Lage war, Aufträge anzunehmen. Mangelnde Sprachkenntnisse kosten die Unternehmen bares Geld. Und die Lage wird nur noch schlimmer, wenn man nicht ernsthaft in die Sprachausbildung, die Lehrkräfte und die Lernenden investieren.

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