Mi, 15. August 2018

So früh wie möglich

12.04.2011 15:06

Sprachförderung: Verschiedene Modelle für Kinder

Die Stadt Wien hat am Dienstag ein neues Konzept präsentiert, mit dem Kinder und Jugendliche beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützt werden sollen. "In Wien gibt es ein Spracherwerbskonzept, das nicht erst in der Schule ansetzt, sondern sich bemüht, so früh wie möglich letztendlich den Spracherwerb für Kinder zu erleichtern", erklärte SP-Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch. Das städtische Angebot reicht vom "1+1 Fördermodell" im Kindergarten über sogenannte Seiteneinsteiger-Förderkurse in der Volksschule bis hin zu Kursen in den Ferien.

"Grundvoraussetzung für Integration, gesellschaftliche Teilhabe und größtmöglichen individuellen Bildungserfolg ist, dass alle Menschen eine gemeinsame Sprache sprechen", betonte der Stadtrat. Mit der Sprachförderung wird bereits im Kindergarten angesetzt: Dort gibt es das "1+1-Fördermodell".

Vorschuljahr bei unzureichender Sprachkompetenz
Im letzten, verpflichtenden Kindergartenjahr werden alle fünfjährigen Kinder beobachtet und ihr Sprachverständnis und Wortschatz festgestellt. Kinder mit Förderbedarf erhalten eine spezielle Unterstützung. Da der Bund heuer die Mittel dafür gestrichen hat, kommt die Stadt dafür auf. Es sei "erfreulich, dass es dabei gelingt, in einem Jahr zwei Drittel der Kinder an die entsprechende Sprachkompetenz heranzuführen", stellte der Stadtrat fest.

Das restliche Drittel kommt ein Jahr lang in die Vorschule. Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl betonte dabei: "25 Prozent der Kinder, die aus Sprachfördergründen in einer Vorschulklasse sitzen, haben Deutsch als Muttersprache." Derzeit besuchen 1.600 Kinder eine Vorschulklasse.

Auch auf dem schulischen Sektor gibt es ein Sprachangebot: Damit sollen vor allem Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund unterstützt werden, die als sogenannte Seiteneinsteiger in das österreichische Schulwesen eintreten. Sowohl in Volksschulen als auch in Haupt- und Polytechnischen Schulen werden entsprechende Sprachförderkurse im Umfang von elf Stunden pro Woche angeboten - teils ergänzend, teils begleitend zum Unterricht. In den Volksschulen gibt es 200 Lehrer, die rund 2.700 Kindern helfen. In Hauptschulen und Polytechnischen Schulen sind insgesamt 35 Pädagogen mit dieser Aufgabe betraut. Sie betreuen rund 900 Haupt- und 45 polytechnische Schüler.

Muttersprachlicher Unterricht als Freifach
Zudem gibt es in den Pflichtschulen den muttersprachlichen Unterricht - etwa in Albanisch, Arabisch, Chinesisch, Kroatisch oder Polnisch -, der als unverbindliche Übung besucht werden kann. Dieses Angebot nehmen rund 16.000 Schüler in Anspruch. An den AHS wird ebenfalls muttersprachlicher Unterricht, in Form von Kursen, angeboten. Darüber hinaus gibt es "Deutsch als Zweitsprache" bzw. "Deutsch als Fremdsprache" als unverbindliche Übung. An den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen wird zum Beispiel eine Sprachförderung in der neunten Schulstufe abgehalten, wenn der Migrantenanteil in der Klasse mehr als 30 Prozent beträgt.

Zudem gibt es heuer wieder in den Ferien eine Sprachförderung: Das Projekt "Sowieso mehr! Dein Sommer. Dein Wien." bietet Kindern zwischen sieben und 14 Jahren die Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Es gibt 1.000 Plätze. Diese werden an jene Sprösslinge vergeben, die in Deutsch mit "genügend", "nicht genügend" oder gar nicht beurteilt wurden.

Brandsteidl verwies außerdem auf die Lesestests an den Schulen (siehe Infobox), die sie als "Teilbereich der sprachlichen Förderung" sieht. Dabei wurde die Lesefähigkeit von exakt 32.523 Kindern geprüft. Die Ergebnisse sollen bis 17. Juni vorliegen. "Jedes einzelne Kind, das über ein Leseniveau verfügt, das nicht befriedigend ist, bekommt ab September eine Förderung", kündigte sie an.

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