25.11.2021 07:00 |

Neue Präsidentin

Festspiel-Poker endet mit Überraschung

Die Deutsch-Schweizerin Kristina Hammer wird die zehnte Festspiel-Präsidentin. Mit der eloquenten Marketing-Managerin ist dem Kuratorium eine unerwartete Wahl geglückt.

Die Überraschung ist geglückt. Mit Kristina Hammer tritt keiner der in Österreich hoch gehandelten Namen die Nachfolge von Helga Rabl-Stadler an der Festspiel-Spitze an. Landeshauptmann Wilfried Haslauer war die Freude über den Coup bei der Präsentation anzumerken. Mit dem Aufzählen aller neun Vorgänger Hammers im Amt hielt er die Spannung künstlich hoch. Dass mit dieser Entscheidung das von der Salzburger ÖVP dominierte Kuratorium Weltgewandtheit beweist, ist für Haslauer sichtlich eine Genugtuung.

Wer ist die neue Festspielpräsidentin? Die 53-jährige Deutsch-Schweizerin Kristina Hammer war jahrelang bei internationalen Konzernen im gehobenen Marketing tätig, bevor sie sich vor rund zehn Jahren in der Schweiz als Markenberaterin selbstständig machte.

Die Kultur ist ihre „Liebe und Leidenschaft“, wie Hammer selbst sagt. Beruflich hatte sie keine aktive Rolle im Kulturbereich. In den vergangenen zwei Jahren saß sie im Vorstand der Freunde der Oper Zürich.

Als Künstler-Mentorin war sie ebenfalls tätig, ansonsten ist Hammer kulturell ein unbeschriebenes Blatt. Ihr vorrangiges Tätigkeitsfeld dürfte aber auch woanders liegen, wie Haslauer bei der Präsentation sagte: „Der Umgang und die Neugewinnung von Sponsoren und Mäzenen ist eine wichtige Aufgabe.“ Und dass die eloquente Managerin über ein hochrangiges internationales Netzwerk verfügt, davon darf ausgegangen werden.

Schon als Kind besuchte Hammer die Festspiele
Damit hebt sie sich auch von der bis zuletzt als Favoritin gehandelten Salzburger Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf ab. Die Verankerung in Salzburg fehlt Hammer freilich – noch. „Das ist etwas, was sie sich erarbeiten muss“, fordert Haslauer.

Eine Verbindung zu Salzburg gibt es aber. Schon als Kind sei sie mit ihren Eltern bei den Festspielen gewesen. Sie habe das Debüt von Stargeigerin Anne-Sophie Mutter in Salzburg miterlebt. „Das hat mich unendlich bewegt“, sagt Hammer. Nun freut sie sich auf das Leben in Salzburg. „Das Herz vom Herz, auch von Europa, eine der schönsten Städte der Welt“, wie die angehende Präsidentin schwärmt.

Im Direktorium wird sie jedenfalls mit offenen Armen empfangen. „Sie kann sich darauf verlassen, dass ich alles in meiner Macht Stehende dazu beitragen werde, um ihr einen guten Einstand zu bereiten“, sagt die scheidende Präsidentin Rabl-Stadler zur „Krone“.

Matthias Nagl
Matthias Nagl
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