24.11.2021 18:19 |

Trauriger Spitzenwert

Ländle zählt erstmals 10.000 aktive Covid-Fälle

Im Laufe des Mittwochs hat die Zahl der akut mit Covid infizierten Personen in Vorarlberger die 10.000er-Marke geknackt. Die Lage an den Spitälern spitzt sich zu.

Auch eine nackte Zahl kann mitunter eine Watschen sein: Genau 10.089 Personen waren am Mittwochabend in Vorarlberg mit dem Coronavirus infiziert - es ist dies der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Und dabei hatte der damals noch amtierende Bundeskanzler Sebastian Kurz erst vor weniger Monaten verkündet, dass die Pandemie - zumindest für die Geimpften - vorbei sei. Die 10.000er-Marke ist insofern auch ein Zeugnis des Versagens - und zwar von allen Beteiligten, vom Spitzenpolitiker bis zur breiten Masse, die es, gleich ob geimpft oder ungeimpft, mit Abstandsregel und regelmäßigem Händewaschen längst nicht mehr so genau nimmt.

Die Rechnung müssen nun alle zahlen
Die Rechnung müssen nun zwar alle zahlen, allerdings zu ungleichen Teilen. Denn während der Lockdown für den Gutteil der Bevölkerung nicht viel mehr als ein lästiges Ärgernis ist, sind andere längst an der Grenze ihrer Belastbarkeit angelangt. Das gilt insbesondere für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Vorarlberger Spitäler. Dort spitzt sich die Situation immer mehr zu: 120 Covid-Patienten benötigen aktuell eine stationäre Betreuung, 21 davon liegen auf einer Intensivstation. Von Letzteren sind 18 Personen ungeimpft, womit einmal mehr die Schutzwirkung einer Impfung vor schweren Verläufen verdeutlicht wird.

Aktuell sind somit - bei Einschränkung des Regelbetriebes - noch 35 der landesweit 68 Intensivbetten für alle Patientengruppen verfügbar. Die gute Nachricht: Im Bedarfsfall könnten die Kapazitäten stufenweise auf 104 Betten mit Beatmungsgeräten aufgestockt werden. Die schlechte Nachricht: Es ist sehr realistisch, dass dieser Bedarfsfall auch eintreten wird: Das sogenannte Covid-Prognosekonsortium geht davon aus, dass mit einer 85-prozentigen Wahrscheinlichkeit in einer Woche die systemkritische Auslastungsgrenze in Vorarlberg erreicht sein wird - nur in Oberösterreich ist diese Wahrscheinlichkeit mit 90 Prozent noch höher!

Elf weitere Todesfälle in zwei Tagen
Spätestens zu diesem Zeitpunkt dürfte Vorarlberg laut Prognose auch in Sachen 7-Tage-Inzidenz die bisherigen Spitzenreiter Salzburg und Oberösterreich ablösen. Eingedenk der Tatsache, dass sich das aktuelle Infektionsgeschehen immer erst zeitversetzt in der Bettenbelegung widerspiegelt, stehen dem Gesundheitspersonal also harte Wochen bevor. Allein in den vergangenen zwei Tagen sind elf Personen in Verbindung mit einer Covid-Infektion verstorben.

 Vorarlberg-Krone
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