Nicht ganz freiwillig

Stadthallen-Boss räumt seinen Posten!

Ein desaströser Bericht des Stadtrechnungshofes zerpflückt die Sicherheitstechnik der Wiener Stadthalle. Den zuständigen Chef Wolfgang Fischer wird das wenig jucken. Er ist Geschichte. Über einen Jähzornigen und wohin es ihn verschlagen könnte ...

Wenn sich Wolfgang Fischer im Griff hat, kann man davon ausgehen, dass eine wichtige Person im Raum ist. Bei Mächtigen, Reichen, bei Stars und Vertretern der Glitzerwelt fühlt sich der Stadthallen-Boss richtig wohl. Wer unterhalb seiner Gehaltsklasse ist, hat es schwer. Denn Fischer neigt zu Jähzorn. „Beim Betriebsrat wurden immer wieder Vorfälle gemeldet“, so ein Insider zur „Krone“. Wer nur beschimpft wird, gehört zu den Glücklichen, auch von Mobbing ist die Rede.

Nach oben buckeln, nach unten treten – dazwischen feine Weine und gutes Essen. Denn Fischer verrechnet gerne Spesen. Vestibül, Park Hyatt, Restaurant Fuhrmann, durchschnittlich zwischen 150 und 400 Euro. Als Hallen-Boss muss sich Fischer auch Hallen in anderen Städten anschauen: Brüssel, Basel, Berlin, London, Paris, Las Vegas – der ehemalige ORF-Mann führt das Leben eines Stars, ohne einer zu sein.

Dabei hätte er sich besser um sein eigenes Haus in Wien kümmern sollen. Ein aktueller Stadtrechnungshofbericht watscht ihn als Geschäftsführer für diesen Bereich ordentlich ab. Insgesamt 50 Empfehlungen sprechen die Prüfer aus. Die Liste des Versagens ist lange: Mängel bzw. lückenhafte Dokumentation der Mängelbehebungen bei Feuerschutztüren, Brandschutzklappen, der Brandmeldeanlage, Rauchabsauganlagen, Druckluftanlage, bei Liften und vieles mehr. Es geht um eine offen liegende Steckdose genauso wie um nicht geschlossene Brandschutztüren, durch die sofort Rauch und Feuer in andere Bereiche dringen könnte usw.

„Auch vor dem Hintergrund, dass die Wartungsarbeiten durch den Covid-Teststraßenbetrieb erschwert waren, ist der Bericht kein Ruhmesblatt“, heißt es von der Wien Holding. 85 Prozent der Empfehlungen seien aber bereits umgesetzt worden.

Fischer geht – aber nicht ganz freiwillig
Fischer kümmert das freilich wenig. Sein Vertrag läuft Ende Jänner 2022 aus – beworben für eine weitere Periode hat er sich nicht. Nicht ganz freiwillig, wie man hört, es gab Druck von oben. Vor allem sein Verhalten Mitarbeitern gegenüber und auch Mängelberichte wie diese sollen der Grund dafür sein. Aber ein Mann wie Wolfgang Fischer fällt nicht hart. Wie die „Krone“ erfuhr, könnte es den Jähzornigen zu einem Holding-Unternehmen im Hafen-Umfeld verschlagen.

Bevor es so weit kommt, braucht es freilich eine Ausschreibung. Zudem wird Fischer eine Rolle bei der neuen Mega-Halle eingeräumt. Die großen Auftritte aber sind vorüber. Und es wird nicht das letzte personelle Beben in der Stadthalle sein.

Michael Pommer
Michael Pommer
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Dienstag, 30. November 2021
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