19.11.2021 06:00 |

„Ignoranz“ der Politik

Pensionsexperte: „Da raubt es dir den Atem“

Franz Schellhorn vom neoliberalen Thinktank Agenda Austria rechnet vor: Ein Viertel des Bundesbudgets wird jährlich verwendet, damit die Pensionen ausbezahlt werden können. Der Ökonom kritisiert die Politik für ihre „Ignoranz“, die bei der Debatte zum aktuellen Budget neue Sphären erreicht habe.

Es gibt kaum ein heißeres Eisen als die Pensionen. Klar. Einschnitte könnten viele Stimmen kosten. Das verstimmt Experten. Anlässlich des aktuellen Budgets äußert sich Franz Schellhorn, Chef der Agenda Austria, mit harscher Kritik. „Die Ignoranz der Politik hat neue Sphären erreicht. Ein Viertel des Bundesbudgets schießen wir jährlich zu, damit die Pensionen ausbezahlt werden können.“ Bis 2025 koste dies 125 Milliarden Euro. „Und dann sagen Politiker, es ist alles gut, und die Pensionen sind sicher.“

„Tun so, als wären wir noch in den 70er-Jahren“
Vorgesehen sei 2022 ein Pensionsantrittsalter von 60,5, 2024 ist es 60,7. Schellhorn: „Wir tun so, als wären wir noch in den 1970er-Jahren. Dabei leben wir heute viel länger als damals. Wir sind nicht bereit, einen kleinen Teil der zusätzlichen Lebenszeit mit Arbeit zu verbringen. Stattdessen häufen wir Schuldenberge an. Da raubt es dir den Atem.“ Man könne verschiedene Lösungsmöglichkeiten debattieren. „Aber bei uns wird ja nicht einmal debattiert.“ Ökonom Schellhorn hat jedenfalls einen Rat parat: „Wir müssen später in Frühpension gehen.“

Erich Vogl
Erich Vogl
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