14.11.2021 18:30 |

Stimmen zum Lockdown

Die Kritik am Bund wird immer lauter

Die Reaktionen in Vorarlberg auf den „Lockdown für Ungeimpfte“ fallen wenig überraschend sehr gemischt aus. Landeshauptmann Markus Wallner will einen generellen Lockdown unbedingt verhindern.  

Angesichts der Infektionsdynamik sei der Lockdown für Ungeimpfte „unumgänglich“ gewesen, gab Landeshauptmann Markus Wallner zu Protokoll. Zugleich betonte er allerdings auch, dass ein „Lockdown für alle“ aktuell keine Option sein dürfe: „Das ewige Lockdown-Wiederholen ist keine Strategie!“ Die Wirtschaft befände sich gerade im Aufschwung, folglich wäre es fatal, würde man den Motor erneut abwürgen. Stattdessen, so der Landeshauptmann, sollte man alle Hebel in Bewegung setzen, um die Immunisierungen voranzutreiben: „Das Beispiel Israel zeigt, dass der dritte Stich der Schlüssel ist. Wir brauchen jetzt eine breite Impfkampagne, ansonsten wird es nächstes Jahr wieder eng.“

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Das ewige Wiederholen von Lockdowns ist keine Strategie! Wir brauchen eine breite Impfkampagne, ansonsten wird es im nächsten Jahr wieder eng.

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP)

Bezüglich der angedachten Impfpflicht für den Gesundheitsbereich äußerte sich Wallner zurückhaltend. Noch sei diesbezüglich keine Entscheidung gefallen, es handle sich um ein sehr sensibles Thema. Hintergrund: Thomas Steurer, der Zentralbetriebsrat der Landeskrankenhäuser, hatte im Vorfeld eindringlich vor einer Impfpflicht für das Gesundheitspersonal gewarnt. Wenn Ungeimpfte nicht mehr zur Arbeit kommen können, würde das zu einem dramatischen Personalengpass führen - folglich wäre der gesamte Spitalsbetrieb gefährdet, so Steurer.

Überaus scharfe Worte für den „Lockdown für Ungeimpfte“ fand FPÖ-Landeschef Christof Bitsche: „Diese Politik der Spaltung schadet unserer Gesellschaft und unserem Land ganz massiv. Türkis-Grün macht diese diskriminierende Sündenbockpolitik in Wahrheit einzig und allein, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken.“ Zudem seien die Maßnahmen praktisch nicht zu kontrollieren. Auszubaden hätten diese „Schikane“ die Händler im Land, weil nun ein Teil der Kundschaft wegbrechen würde.

Nicht sonderlich happy mit der Performance der Bundesregierung ist auch Vorarlbergs Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler. Er trägt die Maßnahmen zwar mit, verweist aber auch darauf, dass die derzeitige Misere teils hausgemacht sei: „Die Regierung hat es verabsäumt, präventive Maßnahmen vor dem Sommer zu setzen.“

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