Stefan Jochum:

„Man muss jemanden finden, der sich das antut“

Vorarlberg
10.11.2021 08:00

Nachdem Stefan Jochum in Lech als Bürgermeister das Handtuch geworfen hat, muss sich die Gemeinde auf die Suche nach neuen Kandidaten machen. Für die Zeit vor der Wahl hofft Jochum auf eines: keinen schmutzigen Wahlkampf.

Krone: Wie geht es Ihnen nach Ihrem Rücktritt, überwiegt die Erleichterung?

Jochum: Natürlich bin ich erleichtert, andererseits ist da auch ein Verantwortungsgefühl und die Frage, wie es nun weitergehen wird in Lech, ob sich jemand findet, der die Dinge in geordnete Bahnen lenken kann. Ich dachte, ich könnte die unterschiedlichen Fraktionen im Dorf einen, das hat aber nicht funktioniert. Und weil das so viel Kraft und Energie gekostet hat, muss ich jetzt die Notbremse ziehen. Das hat psychisch und physisch Dimensionen angenommen, die nicht mehr machbar sind.

Krone: Am Beginn Ihrer Amtszeit stand noch das Gemeindezentrum im Mittelpunkt. In letzter Zeit hatte man den Eindruck, dass sich die Wogen geglätteten haben. Eine Fehleinschätzung?

Jochum: Das war natürlich eine Herkulesaufgabe. Aber nicht nur beim Gemeindezentrum habe ich gespürt, dass der Rückhalt fehlt.

Krone: Wir wird Ihre persönliche Zukunft aussehen?

Jochum: Ich werde wieder in meinen alten Job als Standesbeamter zurückkehren. Ich freue mich auf mein altes Leben. Denn dieses Jahr als Bürgermeister hat vieles dramatisch verändert.

Krone: Inwiefern?

Jochum: Viele Freundschaften sind auf der Strecke geblieben. Das Amt hat einfach stark in mein persönliches Umfeld eingegriffen.

Krone: Haben Sie einen Wunschnachfolger?

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Es wird aber sicher nicht einfach, jemanden zu finden, der sich das antut. Nicht nur in Lech nehmen die Aufgaben der Kommunen zu.

Stefan Jochum

Jochum: Absolut nicht. Ich weiß auch nicht, wer ins Rennen gehen wird. Das obliegt nun den Fraktionen. Es wird aber sicher nicht einfach, jemanden zu finden, der sich das antut. Nicht nur in Lech nehmen die Aufgaben der Kommunen zu.

Krone: Fürchten Sie, dass der nächste Bürgermeister aus der „Liste Lech“ stammen könnte?

Jochum: Ganz und gar nicht. Die Bevölkerung wird ihr Votum abgeben - und das ist ganz einfach von allen zu akzeptieren.

Krone: Beim letzten Wahlkampf in Lech wurde reichlich schmutzige Wäsche gewaschen. Befürchten Sie eine Wiederholung der Schmutzkübel-Kampagnen?

Jochum: Einen solchen Wahlkampf wünsche ich niemanden. Ich hoffe, dass es einen guten Kandidaten beziehungsweise eine gute Kandidatin gibt, dem oder der eine Chance gegeben wird. Und zwar ohne schmutzigen Wahlkampf. Das ist auch essentiell notwendig. A. Drnek

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