Sa, 18. August 2018

USA feiern "Wunder"

05.04.2011 17:47

Piloten landeten Airbus A-320 im totalen Blindflug

Rund zwei Jahre nach dem "Wunder vom Hudson River" feiern US-Medien erneut eine Pilotenmannschaft als Helden der Lüfte. Die Cockpit-Crew eines United-Airlines-Airbus meisterte am Montag am Flughafen von New Orleans eine Notlandung ohne Instrumente und Sicht. Im Cockpit hatte sich kurz nach dem Start um sieben Uhr früh starker Rauch entwickelt, danach fiel die komplette Elektronik aus.

"United 497, wir haben einen Notfall", meldete sich der Kapitän wenige Minuten nach dem Start der Maschine, die von New Orleans im Bundesstaat Louisiana nach San Francisco in Kalifornien unterwegs war. "Wir haben 106 Seelen und noch 32.400 Pfund Treibstoff an Bord", teilte der Pilot dem Tower laut Funk-Transkript der "New Orleans Times Picayune" mit.

"Da vor uns ist Wasser, wo sind wir?"
Der Kapitän war gerade dabei, die Fluggäste über Flugzeit etc. zu informieren, als er mitten im Satz zu sprechen aufgehört habe, schilderten die Passagiere. An den Tower meldete die Crew dann zunächst Brandgeruch und Rauch im Cockpit und dass man Instruktionen für eine Rücklandung erwarte. Plötzlich fiel dann die gesamte Elektronik des Airbus A-320 aus. "Wir haben alle Instrumente verloren", meldete der Pilot dem Tower. Die Mannschaft konnte das im Normalbetrieb per Autopilot und Joystick ("Fly by wire") gesteuerte Flugzeug nur mehr über die Notsysteme manövrieren.

Von alleine hätten die Piloten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zum Flughafen, wo bereits eine mit Baufahrzeugen blockierte Landebahn für die Maschine geräumt wurde, zurückfinden können. Also gaben die Fluglotsen vom Tower aus den Piloten mithilfe der Radarüberwachung Instruktionen. "Drehen Sie links, 20 Grad, ich sage Ihnen wie weit", lautete eine Instruktion. "Da vor uns ist Wasser, wo sind wir?", fragte dann der Pilot, trotz allem mit ruhiger Stimme. Tower: "Das ist der Mississippi. Der Flughafen befindet sich auf ein Uhr, ungefähr fünf Meilen weit entfernt, klar?"

Landung unter Extrembedingungen
Um 7.20 Uhr, 13 Minuten nach dem Start, setzte die Maschine dann auf dem Louis Armstrong International Airport auf. Gewählt wurde schlussendlich die Nord-Süd-Landebahn, weil die andere nicht rechtzeitig geräumt werden konnte. Bei der Landung hatte die Crew nahezu keine Kontrolle über das Fahrwerk, die Bremssysteme arbeiteten unregelmäßig. Die Piloten behielten den "Vogel" aber trotzdem fast bis zum Stillstand auf Kurs. Erst auf den letzten Metern platzte ein Reifen, der Airbus brach nach links aus und sank mit dem Bugrad im Rasen neben dem Asphalt ein.

Die Passagiere mussten das Flugzeug per Notrutsche verlassen, bis auf ein paar Kratzer und blaue Flecken blieben aber alle wohlauf, berichteten US-Medien. Auf Einladung von United durften sie die Wartezeit bis zum nächsten Flug bzw. den Tag in einem Fünf-Sterne-Hotel am Flughafen verbringen. Was genau die Probleme am Airbus verursachte, blieb vorerst unklar. Die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde TSA kündigte eine Untersuchung an.

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