Di, 21. August 2018

Nach Loch im Dach

05.04.2011 12:28

Alte Boeing 737 müssen weltweit zur Inspektion

Nachdem am Freitag eine Maschine in den USA wegen eines 1,5-Meter-Lochs im Dach notlanden musste, hat die US-Luftfahrtbehörde FAA eine weitreichende Untersuchung angekündigt. Etwa 175 Stück des Boeing-Verkaufsschlagers 737 sollen weltweit auf Materialermüdung kontrolliert werden, 80 davon in den USA. Dabei handelt es sich um Maschinen, die bereits seit Jahren im Einsatz sind.

"Der Vorfall vom Freitag war sehr ernst", sagte US-Verkehrsminister Ray LaHood in Washington. In mehr als zehn Kilometern Höhe hatte sich ein ungefähr 1,50 Meter langes Loch in der Flugzeughaut einer Maschine der Gesellschaft Southwest Airlines aufgetan (Bericht in der Infobox). Die Piloten mussten notlanden. Wie durch ein Wunder wurde keiner der 123 Insassen ernsthaft verletzt.

Risse bei weiteren Maschinen
Am Wochenende wurden dann bei drei weiteren Southwest-Maschinen winzige Risse in der Außenhülle entdeckt. Es war nicht der erste Vorfall bei Southwest. Bereits im Juli 2009 hatte ein etwa 30 Zentimeter langes Loch im Rumpf eine Maschine zur Notlandung gezwungen.

Southwest betreibt nach Angaben der Luftfahrtbehörde in den USA die größte Flotte an älteren Boeing 737. Alleine am Montag fielen etwa 70 Flüge bei der Gesellschaft aus, weil die Maschinen zur Kontrolle am Boden blieben.

Die US-Luftfahrtbehörde will nun jene Boeing-Jets anderer Gesellschaften ebenfalls genauer unter die Lupe nehmen, die eine bestimmte Zahl an Flügen hinter sich haben. Betroffen sind demnach die Modelle Boeing 737-300, -400 und -500 mit mehr als 30.000 Flugzyklen. Ein Zyklus besteht aus einem Start und einer Landung. Auch Hersteller Boeing selbst empfahl am Montag verstärkte Inspektionen.

AUA-Flieger davon nicht betroffen
Die Kurz- und Mittelstreckenjets vom Typ Boeing 737-300 der AUA sind nach Angaben ihrer Sprecherin nicht von der angekündigten Untersuchung betroffen. Bei der Airline versehen nur die neueren Modelle 737-600, 737-700 sowie 737-800 ihren Dienst, hieß es. Bei FlyNiki werden überhaupt keine Boeings eingesetzt, wie es am Dienstag auf Nachfrage hieß.

Die 737 fliegt seit den 1960er-Jahren und ist der meistverkaufte Flugzeugtyp der Welt mit 6.687 ausgelieferten Maschinen. Boeing hat das Modell seit dieser Zeit regelmäßig auf den neuesten technischen Stand gebracht. Viele Maschinen sind aber seit Jahren im Einsatz, weil sie als robust und zuverlässig gelten. Die Unglücksmaschine war nach Angaben von US-Medien 15 Jahre alt. Auch die Deutsche Lufthansa fliegt die 737 in zwei Ausführungen und nennt die Jets ihre "Arbeitspferde".

US-Verkehrsminister droht mit Konsequenzen
Sollten sich die Befürchtungen bewahrheiten und weitere Risse entdeckt werden, drohte US-Verkehrsminister LaHood bereits mit Konsequenzen, ohne dies genauer zu spezifizieren. "Die Sicherheit steht bei uns an erster Stelle." Die Boeing 737 ist das direkte Konkurrenzmodell zur ebenfalls höchst erfolgreichen A320-Familie des europäischen Flugzeugherstellers Airbus.

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