07.11.2021 10:45 |

Mehrere Verletzte

Leipzig: Polizei stoppt „Querdenker“-Demonstration

Ein Jahr nach einer eskalierten Demonstration der „Querdenker“-Szene in Leipzig haben sich am Samstag in der sächsischen Stadt erneut einige Tausend Menschen zum Protest gegen Corona-Maßnahmen versammelt. Wie eine Polizeisprecherin am Abend mitteilte, wurden mehrere Aufzüge im Innenstadt-Bereich von der Exekutive gestoppt. Es gab angeblich mehrere Verletzte.

Die Polizei war dazu mit zahlreichen Kräften sowie drei Wasserwerfer-Staffeln vor Ort. Unterstützung kam auch aus anderen deutschen Bundesländern. Wegen der Corona-Lage waren laut Verordnung nur stationäre Versammlungen mit maximal tausend Teilnehmern erlaubt. Insgesamt wurden nach Angaben der Polizei mehr als 30 Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Zu den Vorwürfen zählen Körperverletzung, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Mindestens ein Polizist wurde nach Angaben der Behörden schwer verletzt. Er musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Auch aufseiten der Demonstranten soll es nach bislang unbestätigten Berichten Verletzte gegeben haben.

Für die Demonstration war überregional mobilisiert worden. Beobachter sprachen von einer angespannten Stimmung. Teilnehmer versuchten wie vor einem Jahr den Gang über den geschichtsträchtigen Ring zu erzwingen. „Laufen, laufen“, riefen sie auf dem Weg vom Augustusplatz zum Bahnhof. Etliche Teilnehmer hatten Kerzen in den Händen. Die Polizei hatte jedoch die Straße abgesperrt und wurde von den Demonstranten ausgebuht.

24 Anhänger der rechten Szene festgenommen
Am Rande der Proteste wurden 24 Personen aus der rechten Szene festgesetzt. Sie hätten verbotene Gegenstände bei sich getragen und seien in Gewahrsam genommen worden, informierte die Polizei am Nachmittag. „Sie können heute an keiner Veranstaltung mehr teilnehmen.“

Am 7. November 2020 hatte es eine „Querdenken“-Demonstration mit mindestens 20.000 Teilnehmern in Leipzig gegeben. Auch damals war ein Zug über den Leipziger Ring nicht gestattet. Nachdem die Kundgebung wegen zahlreicher Verstöße gegen Auflagen aufgelöst worden war, hatten jedoch Tausende den Gang über den Ring erzwungen. Der Ring war der Ort der Montagsdemonstrationen während der friedlichen Revolution 1989, die zum Ende der DDR geführt hat.

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