Di, 19. Juni 2018

Russen-Sponsoring

01.04.2011 13:05

Geldwäsche: Ex-Haider-Sekretär muss vor Gericht

Der frühere Protokollchef des verstorbenen Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider, Franz Koloini, muss sich wegen Geldwäsche vor Gericht verantworten. Konkret geht es um russische Sponsorgelder für den Formel-1-Einstieg des Rennfahrers Patrick Friesacher. Haider soll den beiden Investoren im Gegenzug die österreichische Staatsbürgerschaft verschafft haben. Den Rest des Sponsorgeldes, umgerechnet 190.000 Euro, soll Koloini schließlich in bar an Haider übergeben haben.

Zwei Millionen Dollar musste Patrick Friesacher im Jahr 2005 für den Einstieg in die Formel 1 hinblättern - das Geld wurde von der Hypo Alpe Adria vorgestreckt, da die russischen Geschäftsleute ihre Millionen erst später freigaben. Jene Russen, denen Haider die österreichische Staatsbürgerschaft versprochen hatte und die sie am 10. Jänner 2007 in der Ministerratssitzung des Kabinetts Schüssel/Gorbach tatsächlich bekamen.

Wie die "Krone" bereits berichtete, beharrt Koloini aber auf seiner Feststellung, dass die Einbürgerung der Russen nichts mit den Friesacher-Millionen zu tun gehabt habe. Die Hypo-Ermittler wiederum sollen andere Unterlagen besitzen. Demnach gebe es Gesprächsprotokolle, dass Landesrat Harald Dobernig, damals Haiders Büroleiter, sich um die Erledigung der Anträge durch die Bundesregierung bemüht habe.

Haider zu Koloini: Geld "dalassen"
Weil Friesachers Vertrag mit dem Minardi-Team noch im Jahr 2005 vorzeitig gelöst wurde, blieben rund 190.000 Euro aus dem Formel-1-Sponsoring der Russen übrig. "Dalassen", soll Jörg Haider gesagt haben, als Protokollchef Koloini mit den Geldscheinen in einem Kuvert ins Büro marschiert kam und wissen wollte, was er damit tun solle. Vor den Augen eines Zeugen soll er Haider das Geld dann übergeben haben. Wofür der Ex-Landeshauptmann die 190.000 Euro verwendet hat, weiß niemand. Der Vorwurf einer möglichen Parteienfinanzierung wurde von BZÖ bzw. FPK bisher vehement abgestritten.

Koloini-Prozess steigt in Wien
Die Justiz wirft Koloini und einem weiteren Angeklagten nun Geldwäsche vor. Auch die beiden Russen stehen im Visier der Justiz, ihnen wird die Bestechung von Amtsträgern vorgeworfen. Der Prozess soll im Wiener Landesgericht stattfinden.

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