25.10.2021 17:00 |

Klamme Kassen

Der Airport wird zu seinem 95er zum Akutpatienten

Enorme coronabedingte Passagierrückgänge? Keine Covid-Hilfen des Bundes? Bei einem gleichzeitig zu planenden Megaprojekt? Zum 95. Gründungsjubiläum des Salzburg Airport durchlebt der in die Jahre gekommene Flughafen im Stadtteil Maxglan seine wohl bisher schwerwiegendste Krise.

Große Aufgaben bei gleichzeitig klammen Kassen: So lässt sich zum 95-Jahr-Jubiläum die Lage am Salzburg Airport wohl am besten zusammenfassen. In der ausklingenden Krise kämpft der Flughafen in Salzburg-Maxglan mit seinen ganz eigenen „Long-Covid-Folgen“.

Coronabedingt ging nicht nur etwa das Flugaufkommen zu Jahresbeginn gegen null zurück - erst im Sommer pendelte sich der Flugverkehr an manchen Tagen bei 50 Prozent des Vorkrisenniveaus ein. Gleichzeitig lassen die herben Umsatzeinbußen den Airport weiterhin um 12 Millionen Euro an Covid-Hilfen wie den Verlustersatz und den Fixkostenzuschuss kämpfen. Bisher blieben dem Flughafen diese Gelder großteils verwehrt - der Airport ist in öffentlicher Hand (Eigentümer: 75 Prozent Land, 25 Prozent Stadt).

Zwölf Millionen Euro an Corona-Geldern fehlen

Bis September bekamen die Salzburger „nur“ Kurzarbeitshilfen und teils Umsatzersatz. Seit Anbeginn der Krise flossen so rund neun Millionen Euro. Dabei wirds allerdings nicht bleiben: Die rund 360 Mitarbeiter bleiben noch bis Ende des Jahres in Kurzarbeit. Das alles hat Folgen: 2021 musste daher eine fünf Millionen Euro schwere Fremdkapital-Spritze aufgenommen werden – der umsatzstarke Wintercharterverkehr fiel aus. Ein Lichtblick: Die Voranmeldungen für den Flugverkehr im Winter seien bisher gut. Zudem gibt es neue Verbindungen, wie etwa zu den Drehkreuzen nach Dubai und Amsterdam. Sorgenfalten bescheren hingegen der Investitionsstau und Behördenauflagen. Bis 2030 müssen 193,5 Millionen Euro investiert werden. Wer den Lufthafen dabei begleitet, entscheidet sich bald: Im November soll das Bewerbungsverfahren für den Geschäftsführerposten abgeschlossen sein. Auch die seit 2017 amtierende Geschäftsführerin Bettina Ganghofer hat sich beworben. Die Deutsche hat den Flughafen bisher durch die Krise manövriert und auch die fünfwöchige Pistensanierung 2019 gemanagt. Der Landesrechnungshof attestierte auch ihr für die Jahre zwischen 2015 und 2019 ein gut geführtes Unternehmen.

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