30.10.2021 20:10 |

Zum letzten Mal?

Zeitumstellung schenkt uns eine Stunde mehr Schlaf

Der Herbst bringt nicht nur fallende Temperaturen mit sich, sondern auch die Zeitumstellung. Die Zeiger werden in Europa am 31. Oktober um 3 Uhr eine Stunde - und damit auf Normalzeit - zurückgedreht. Eine Abschaffung ist zwar seit einer Abstimmung des Europaparlaments im Jahr 2019 immer wieder Thema, doch müssen die Mitgliedsstaaten noch mehrheitlich zustimmen.

Ansonsten immer für Diskussionen gut, hielt sich die Aufregung über die Zeitumstellung diesmal in Grenzen - die Menschheit beschäftigt sich derzeit mit drängenderen Themen, der Pandemie und dem Klimaschutz. Deshalb ist es auch weiterhin völlig unklar, wie es mit der Zeitumstellung in der EU weitergehen wird.

Losgetreten wurde der Prozess der Abschaffung durch eine EU-weite Online-Umfrage. Bei dieser hatten sich 84 Prozent der Teilnehmer für ein Aus der Zeitumstellung ausgesprochen. Die meisten votierten 2018 für eine dauerhafte Sommerzeit. 4,6 Millionen Antworten, davon allein drei Millionen aus Deutschland, gingen ein - ein Rekord, aber immer noch weniger als ein Prozent der EU-Bürger.

Über die Zeitumstellung

In der gesamten EU wurde bisher am letzten März-Sonntag an der Uhr gedreht - und am letzten Sonntag im Oktober wieder zurück. Eingeführt wurde die Sommerzeit 1973 in Europa anlässlich der Ölkrise und mit dem Hintergrund, Energie zu sparen. Mit der Zeitverschiebung sollte eine Stunde Tageslicht für Unternehmen und Haushalte gewonnen werden. Frankreich machte damals den Anfang. Österreich beschloss die Einführung erst 1979 wegen verwaltungstechnischer Probleme und weil man eine verkehrstechnische Harmonisierung mit der Schweiz und Deutschland wünschte. 

Thema durch Corona-Pandemie ins Hintertreffen geraten
Die EU-Kommission hatte daraufhin vorgeschlagen, ab 2019 den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit abzuschaffen. Die Staaten sollten stattdessen selbst entscheiden können, ob sie dauerhaft Sommer- oder Winterzeit haben wollten.

Doch aus vielen Ländern kamen Bedenken gegen diesen Plan, da etwa für die Wirtschaft eine einheitliche Zeitzone wünschenswert erscheint, zumindest in Mitteleuropa. Andernfalls würden zwischenstaatliche Zeitunterschiede den Handelsverkehr noch mehr beeinträchtigen.

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