27.03.2011 17:05 |

200 Festnahmen

Ausschreitungen überschatten Demo in London

In London haben sich am Samstag Zehntausende Menschen versammelt, um gegen das Sparprogramm der Regierung zu demonstrieren. Nach einem friedlichen Protestauftakt kam es dann allerdings zu Krawallen. Nach Angaben der Fernsehsender Sky News und BBC wurden mehr als 200 Menschen festgenommen. Die BBC berichtete von 35 Verletzten, darunter fünf Polizisten. Eine krone.at-Mitarbeiterin, die derzeit ihren Urlaub in London verbringt, geriet unverschuldet in die Auseinandersetzungen.

Am Nachmittag hatte ein Haufen militanter Demonstranten damit begonnen, Scheiben zu zertrümmern, Bankfilialen anzugreifen, Farbbomben zu werfen und Brände zu legen.

Mehr als 250.000 Menschen waren zuvor laut dem BBC-Bericht in der Innenstadt gegen den Sparkurs auf die Straße gegangen. Bei der Kundgebung warnten Studenten, Lehrer, Krankenschwestern und Angestellte aus dem öffentlichen Dienst vor schmerzhaften Einschnitten. Rund 4.500 Polizisten waren in London im Einsatz, um Gewaltausbrüche zu verhindern. Einige Gruppen hatten Aktionen wie das Besetzen großer Geschäfte und Banken in der Innenstadt angekündigt.

krone.at-Mitarbeiterin geriet in Polizeikessel
krone.at-Mitarbeiterin Michaela Braune geriet nach einem abendlichen Theaterbesuch unversehens in die Tumulte, die sich direkt vor dem Haus abspielten. "Es war eine absurde Situation. Die Polizei hatte einen Kessel gebildet, in dem sich etwas 250 Leute befanden. Sie ließen zwar Leute hinein, aber nicht wieder heraus." Als dann Mülleimer angezündet wurden, drohte die Lage zu eskalieren. Der Rauch habe sich schnell ausgebreitet, Menschen seien in Panik geraten. "Gut ein Drittel der Eingekesselten hatte mit den Krawallen nichts zu tun, das waren Touristen wie wir", schildert Braune die Vorkommnisse. Erst nach etwa einer Stunde öffnete die Polizei den Kessel. Zahlreiche Personen wurden festgenommen.

Die Proteste vom Samstag waren die bisher größte Demonstration gegen die Regierung von Premier David Cameron. Die Regierenden Konservativen und Liberaldemokraten haben angekündigt, die Neuverschuldung drastisch zu senken.

Hartes Sparprogramm auferlegt
Großbritannien kämpft gegen die Folgen der Wirtschaftskrise und versucht, den Problemen mit einer Mischung aus höheren Steuern und Einsparungen zu Leibe zu rücken. Zu Jahresbeginn war die Mehrwertsteuer auf 20 Prozent erhöht und den Kommunen ein Sparprogramm auferlegt worden. Am Mittwoch hatte Schatzkanzler George Osborne den Sparkurs vorgestellt. Die Neuverschuldung soll von 146 Milliarden Pfund (166 Milliarden Euro) im laufenden Jahr auf nur noch 29 Milliarden Pfund im Jahr 2015 sinken.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).