11.10.2021 09:00 |

Unterhaus

„Verlorener Sohn“ als Mittersiller Pionier

Bürgermeister-Filius „Joschi“ Viertler kehrte im Sommer als Tor-Maschinein die Heimat zurück. Seine Mittersiller liebäugeln nach längerem Aufbau mit dem großem Wurf. Aktuell sind sie stolzer Tabellenführer in der 1. Klasse Süd.

Der „Semi-Riesentöter“ machte seinem Namen wieder alle Ehre: Flachau triumphierte bereits in Stuhlfelden und remisierte gegen Bruck, jetzt knöpfte man auch dem 1. Süd-Dominator Mittersill einen Zähler ab: „Im Endeffekt war’s ein gerechtes X“, resümierte Heim-Coach Gerhard Jäger nach dem 2:2. Versöhnliche Worte gab’s auch aus dem Mittersiller Lager. Passierte den Oberpinzgauern im Premierenabschnitt noch „die schlechteste Hälfte“ der laufenden Saison, übernahmen sie nach dem Wiederanpfiff klar das Zepter, den 2:2-Schlusspunkt „würgte“ Mittersill-Urgestein Wöhrer im Anschluss eines Corners regelrecht ins Glück. Weiters blieb die Pfeife bei zwei kniffligen Strafraumsituationen zu Ungunsten der Gäste stumm.

Stumm blieb diesmal auch ausnahmsweise Goalgetter Josef Viertler, genannt „Joschi“. Der „verlorene“ Bürgermeister-Sohn kehrte nach mehreren Intermezzi - zuletzt bei Kitzbühel - zum Heimatverein zurück und avancierte prompt zur Lebensversicherung: 20 Treffer in 13 Auftritten sprechen eine klare Sprache! „Eine sehr positive Überraschung“, war selbst Mittersill-Trainer Heribert Entacher baff, „er ist ein echter Turbo für die Mannschaft.“

Das Bergstädtchen ruft

„Joschi“ zurückzuholen war ein Leichtes, schließlich war der Jus-Student nach seiner Wiederkunft wieder mit einem Großteil des Freundeskreises vereint. Doch damit nicht genug: Viertler soll ein Pionier des neuen Wegs der „Bergstädtchen-Auswahl“ sein, in Zukunft sollen gar Mittersiller aus der Regional- respektive Salzburger Liga in den Oberpinzgau zurückkehren. „Wir wollen sie unbedingt zurück ins ,Heimatreich’ lotsen, möchten auch ein bisserl mehr Routine bei Mittersill“, formulierte Entacher die langfristigen Ziele offensiv. Verständlich: Seine Truppe kommt mit einem Altersschnitt von 21 Jahren ja auch blutjung daher.

Dass Verfolger Bruck in Großarl mit 3:4 ausleerte, nahmen Entacher und Co. mit Wohlwollen zur Kenntnis: „Natürlich beobachten wir die Teams, Favorit bleibt aber weiterhin Stuhlfelden“, stapelte Entacher tief. Und dennoch: Wer den Polster am kommenden Wochenende auf sechs Punkte anwachsen lassen kann, ist höchstselbst im engen Kreis der Meisterschaftskandidaten. Es wäre die Krönung einer dreijährigen, akribischen Aufbauarbeit, die Entacher vor drei Jahren nach dem Abstieg aus der 2. Landesliga lancierte. „Das wäre der erste große Schritt“, bestätigte der Trainer, der bereits zu den glorreichen 1. Landesliga-Zeiten den Taktstock geschwungen hatte. Matthew Golderer

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