06.10.2021 15:38 |

krone.at-Gewinnspiel

„Hinterland“: Ruzowitzkys Zwischenkriegsthriller

Österreichs Oscar-Regisseur Stefan Ruzowitzky eröffnet den Kinoherbst mit schwerer Kost: Sein neoexpressionistischer Thriller „Hinterland“ (ab 8.10. im Kino) zeigt Murathan Muslu als gebrochenen Kriegsheimkehrer nach dem Ersten Weltkrieg, der sich einem Serienmörder gegenübersieht. Ruzowitzky gelingt ein stilisiertes, optisches Spektakel in der Tradition des deutschen Expressionismus, das düstere Porträt einer Umbruchszeit. Gewinnen Sie mit krone.at zum Kinostart einen Gutschein für einen Live-Krimi für 10 Personen.

Im Zentrum steht der einstige Kriminalbeamte Peter Perg (Muslu), dessen Welt in den Nachwellen der Kriegsdetonationen zerborsten ist. Oder besser gesagt: Es gibt sie schlicht nicht mehr. Als der einstige Kriminalbeamte zwei Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Wien zurückkehrt, ist die Monarchie perdu, das Reich ebenso und auch die alte Ordnung der Gesellschaft.

Digitaler Expressionismus
Es ist eine derangierte Welt, in die Perg geworfen wird - und Ruzowitzky zeigt sie gemeinsam mit seinem Stammkameramann Benedict Neuenfels als eben solche. In Hommage an expressionistische Klassiker wie Robert Wienes „Cabinet des Dr. Caligari“ erschaffen sie ein Wien, in dem die Perspektiven verschoben sind, die Gebäude sich antinaturalistisch aufeinandertürmen. Anders als in den Vorbildwerken aus den 20ern sind die Hintergründe jedoch nicht mittels realer Bühnenbilder erzeugt, sondern gänzlich digital, wurde „Hinterland“ doch beinahe vollständig vor Bluescreen gedreht.

„Der Kulturschock war nach dem Ersten Weltkrieg offensichtlich viel größer als nach dem Zweiten Weltkrieg“, hatte Ruzowitzky einst im APA-Interview räsoniert: „Das ist eigentlich die viel interessantere Zeit.“ So ist sein „Hinterland“ ein bildstarkes Epochenporträt geworden, ein symbolistisches Werk aus der Frühphase der Zwischenkriegszeit, in der die Nachwirkungen des Zusammenbruchs die Hoffnungsmomente des Aufbruchs noch überwogen. Und zugleich belässt es der erfahrene Publikumsregisseur Ruzowitzky nicht bei diesem historischen Panoptikum, sondern webt eine etwas konventionelle Thrillerhandlung in diese verschobene Wahrnehmung ein.

Auftakt zu ganzer Serien an Ritualmorden
So geschieht alsbald ein Mord an Pergs einstigem Kameraden Krainer (Timo Wagner), wodurch der Kriegsheimkehrer kurzzeitig sogar zum Verdächtigen mutiert. So erwachen in dem am Boden liegenden Mann die alten Ermittlerinstinkte. Schnell wird klar, dass der Mord an Krainer nur der Auftakt zu einer ganzen Serie an Ritualmorden ist, die auf mysteriöse Weise miteinander und mit der Vergangenheit Pergs zusammenhängen.

An seiner Seite auf der Suche nach dem Serienmörder ist die junge Gerichtsmedizinerin Theresa Körner, gespielt von „Babylon Berlin“-Star Liv Lisa Fries mit dezentem Wiener Akzent. In diesem toxische Männlichkeit ausdampfenden Tableau gebrochener Seelen ist die gewohnt tough agierende Fries neben Margarethe Tiesel als ungarische Haushälterin die einzige Frau. Es ist eben eine Welt aus den Fugen, die Ruzowitzky porträtiert.

Kinostart von „Hinterland“: ab 8. Oktober!

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Ein Gutschein kann für eine Gruppe von bis zu 10 Personen in Wien, Graz, Salzburg oder Innsbruck eingelöst werden.

Das Gewinnspiel ist beendet, der Gewinner wird schriftlich verständigt!

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