GUTEN MORGEN

Pflegepersonal läuft davon | „Börslversprechen“

Sie sind ausgebrannt, unterbezahlt, überbeschäftigt: Acht von zehn Pflegkräften in Österreich haben Schlafstörungen, Gesundheitsstörungen. Wie es der Vorsitzende des Fachbereichs Gesundheit in der Gewerkschaft formuliert: „Die Menschen können nicht mehr“. Und so darf es auch nicht wundern, wenn immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege davonlaufen. Sie gehen früher in Pension oder wechseln den Job. Und so wird die Situation nicht nur für die verbleibenden Pflegekräfte immer prekärer, sondern klarerweise auch für die zu Pflegenden. Allein aus der Steiermark wurde jetzt gemeldet, dass schon fast ein Fünftel der Pflegebetten leer steht - schlicht, weil das Personal fehlt. Dabei wird durch die zunehmende Überalterung der Gesellschaft der Bedarf an Pflegekräften von Jahr zu Jahr höher. Wie wir heute in der „Krone“ berichten, rechnet etwa der Geschäftsführer der Volkshilfe, dass wir bis 2030 in Österreich rund 100.000 zusätzliche Pflege- und Betreuungskräfte benötigen werden. Und was tut die Politik? An Konzepten arbeiten… Dabei hat die lange Untätigkeit längst begonnen, uns auf den Kopf zu fallen!

„Börslversprechen“. Warum misstrauen so viele Menschen den vollmundigen Politiker-Ankündigungen zur Öko-Steuerreform? Wir haben Polit-Professor Peter Filzmaier gefragt. Und so analysiert er für unsere heutige Ausgabe, woran das liegt, was an der Kommunikation der Politik schief läuft. Filzmaier weist etwa darauf hin, dass die Aussage der grünen Klubchefin Sigrid Maurer im ORF, als sie kritischen Fragen auswich, weil die Zuseher außerstande wären, der Diskussion zu folgen schlicht eine „Frechheit“ sei. Der besonnene Professor ganz grantig: „Niemand von uns lässt sich als zu dumm für etwas bezeichnen.“ Und ob wir den „Börslversprechen“ der Politiker trauen? Da meint Filzmaier: „Eher nein. Ganz egal, ob etwas Grundfalsches oder sehr Richtiges gemacht wird. Denn die Vertrauenswerte der Politik sind unabhängig von den Parteifarben in der Regierung schlecht bis grottenschlecht.“ Und daher sei es logisch, dass „Mehr im Börsl!“ nicht einfach geglaubt werde. Ja, das ist nachvollziehbar!

Einen schönen Tag!

Klaus Herrmann
Klaus Herrmann

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Samstag, 23. Oktober 2021
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