24.09.2021 09:19 |

Sucht nach Exoplaneten

NASA startet Mini-Satellit mit Grazer Know-how

Klappt alles wie geplant, dann wird am Montag mit dem Satelliten „Landsat 9“ auch das Colorado Ultraviolet Transit Experiment (kurz CUTE), ein kleiner Satellit mit Grazer Know-how, von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien ins All starten. Er soll die Atmosphären von Exoplaneten näher unter die Lupe nehmen.

Das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) ist dabei der wichtigste nicht-amerikanische Partner. CUTE ist nur von seiner Größe her ‚niedlich‘, im Inneren des Satelliten steckt Hightech vom Feinsten. Über einen Zeitraum von rund sieben Monaten wird er die ‚flüchtige‘ Physik um eine Reihe von Exoplaneten, die als Heiße Jupiter bezeichnet werden, ins Visier nehmen.

Wie ihr Name schon sagt, sind diese Gasplaneten sowohl groß als auch brühend heiß und erreichen Temperaturen von Tausenden von Grad Celsius. „Dank der Ergebnisse werden wir besser verstehen, wie sich diese und viele andere Planeten über Milliarden von Jahren entwickeln und sogar schrumpfen“, erläutert IWF-Gruppenleiter Luca Fossati, der Mitglied im CUTE Science Team ist, das Missionsziel.


CUTE ist die erste von der NASA finanzierte CubeSat-Mission, die einen Blick auf ferne Welten außerhalb unseres Sonnensystems wirft - ein wichtiger Test dafür, wozu diese kleinen Raumfahrzeuge in der Lage sein könnten. „Das etwa vier Millionen Euro teure Raumfahrzeug, ein viel kleinerer Satellitentyp als üblich, auch als CubeSat bekannt, ist ungefähr so groß wie eine Schuhschachtel“, so Fossati.

Leistungsfähige Hightech-Schuhschachtel
Gerade einmal 30 x 20 x10 Zentimeter - das entspricht ungefähr der Größe einer Schuhschachtel - misst der rund zehn Kilogramm schwere CUTE. Der CubeSat wird die obere Atmosphäre der Planeten mithilfe der Ultraviolett-Spektroskopie erforschen und die Zielobjekte während eines sogenannten Planetentransits beobachten.

Während seiner kurzen Lebensdauer soll CUTE so viele Heiße Jupiter wie möglich abtasten. „Der Satellit wird beweisen, dass auch ‚niedliche‘ Dinge bemerkenswerte wissenschaftliche Arbeit leisten können“, zeigt sich Fossati überzeugt. „Letztendlich wird das kleine Raumschiff einen Beitrag zur Klärung der Frage leisten, welchen Platz die Erde in der Galaxie einnimmt.“

„Die Ergebnisse werden uns nicht nur viel über Heiße Jupiter, sondern über die gesamte Bandbreite der in der Galaxie existierenden Planeten sagen können“, so Fossati. Dazu gehören auch kleine und felsige Welten wie die Erde und ihre nahen Nachbarn, wie etwa der Mars, der im Laufe von fast drei Milliarden Jahren einen Großteil seiner Atmosphäre verloren hat.

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