24.09.2021 11:03 |

Kritik an Management

„Havanna-Syndrom“: Wiener CIA-Büroleiter abgesetzt

Nach Kritik am Umgang mit vermehrten Fällen des sogenannten Havanna-Syndroms in der US-Botschaft in Wien hat der amerikanische Geheimdienst CIA den Leiter seines Büros in der Bundeshauptstadt abberufen. Die Antwort des hochrangigen Diplomaten auf den starken Anstieg derartiger Vorfälle in Zusammenhang mit der mysteriösen Erkrankung sei unzureichend gewesen, berichtete am Donnerstag die „Washington Post“ unter Berufung auf Insider.

Mit der Abberufung des CIA-Büroleiters, ein prestigeträchtiger Posten innerhalb des US-Geheimdienstes, solle auch ein Zeichen an andere Top-Diplomaten gesendet werden, Berichte über das Phänomen des „Havanna-Syndroms“ ernst zu nehmen, so das Blatt. Beschwerden wie Kopfschmerzen und Übelkeit unbekannter Ursache hatten sich zuletzt auch bei US-Diplomaten in Wien gehäuft. Das österreichische Außenministerium versprach den USA im Juli Hilfe bei der Aufklärung der Erkrankungen.

Betrieb der Wiener US-Botschaft beeinträchtigt
Wie die „Washington Post“ berichtete, seien in Wien „Dutzende“ Personen - nicht nur Botschaftspersonal, sondern auch deren Angehörige, unter ihnen Kinder - betroffen. Folglich sei auch der Einsatz in Österreich zurückgefahren worden, der Betrieb der amerikanischen Botschaft in der Bundeshauptstadt dadurch beeinträchtigt, berichtete ein US-Beamter, der anonym bleiben wollte.

In der kubanischen Hauptstadt Havanna hatten vornehmlich in der Zeit zwischen Ende 2016 und Sommer 2017 zahlreiche Mitarbeiter der US-Botschaft oder deren Angehörige berichtet, sie hätten ungewöhnliche Geräusche wahrgenommen. Sie klagten über Beschwerden wie Kopfschmerzen, Hörprobleme, Orientierungslosigkeit und Konzentrationsschwächen.

Der Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, William Burns, hatte die Vorfälle als „Attacken“ bezeichnet. Sollten auch Kinder absichtlich Ziel dieser Attacken gewesen sein, seien diese eine „dramatische Eskalation“ der Causa, erklärten Geheimdienstexperten gegenüber der „Washington Post“. Die USA haben den Verdacht geäußert, dass die Betroffenen mit Funkfrequenzen angegriffen worden seien und dass Russland hinter den Attacken stecke. Die russische Regierung hat das zurückgewiesen.

Psychologische Ursachen hinter Syndrom vermutet
Einige Experten glauben allerdings auch, dass die mysteriöse Erkrankung psychologische Ursachen haben könnte, und führen diese auf das stressintensive Arbeitsumfeld zurück. Trotz vier Jahren umfassender Ermittlungen konnte die US-Regierung bisher keine klaren Gründe für die Häufung der Erkrankungen und Beschwerden finden.

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