23.09.2021 11:34 |

Fledermaus-Experimente

Bericht: Wuhan-Forscher wollten Virus „aussetzen“

Spekulationen und Diskussionen rund um den Ursprung des Coronavirus, das die Welt seit fast zwei Jahren in Atem hält, gibt es schon lange (siehe Video oben). Nun lassen angeblich aus dem Jahr 2018 stammende Dokumente auch noch darauf schließen, dass Wissenschaftler in Wuhan die Freisetzung von Coronavirenpartikeln über Fledermäuse geplant hatten. Im Zuge ihrer Forschungen in freier Wildbahn hätten sie letztlich die Säugetiere gegen Krankheiten impfen wollen, die auf den Menschen überspringen könnten, heißt es.

Die Dokumente sollen aufzeigen, dass Forscher nur 18 Monate vor dem Auftreten der ersten Corona-Fälle Pläne zur Freisetzung von „hautdurchdringenden Nanopartikeln und Aerosolen mit neuartigen chimären Spike-Proteinen“ von Fledermaus-Coronaviren eingereicht hatten, berichtete die renommierte britische Tageszeitung „The Telegraph“.

Außerdem habe man geplant, chimäre Viren zu erschaffen, die genetisch so modifiziert sind, dass sie den Menschen leichter infizieren können. 14 Millionen Dollar wurden bei der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) angefragt, um die Forschung zu finanzieren. Der Antrag habe weiterhin auch Pläne enthalten, „hochgefährliche natürliche Coronavirus-Stämme mit infektiöseren, aber weniger gefährlichen Varianten zu mischen“.

„Überprüfung der Plausibilität gerechtfertigt“
Die Dokumente wurden von „Drastic“ veröffentlicht, einer aktivistischen Gruppe von Wissenschaftlern aus aller Welt, die sich mit den Ursachen des Covid-Ausbruchs befasst. In einer Erklärung der Gruppe hieß es: „Da wir in diesem Vorschlag eine Diskussion über die geplante Einführung von human-spezifischen Spaltstellen finden, ist eine Überprüfung der Plausibilität der künstlichen Einfügung durch die breitere wissenschaftliche Gemeinschaft gerechtfertigt.“

„Fortschrittliche und gefährliche“ Forschungen
Das Gesuch sei vom britischen Zoologen Peter Daszak von der in den USA ansässigen Organisation EcoHealth Alliance, die eng mit dem Wuhan Institute of Virology (WIV) bei der Erforschung von Fledermaus-Coronaviren zusammenarbeitet, eingereicht worden. Doch der Antrag sei abgelehnt worden: Die Gefahren der Vermehrung des Virus oder der Freisetzung eines Impfstoffs auf dem Luftweg seien nicht angemessen berücksichtigt worden. Auch hinsichtlich des Impfstoffprogramms hätte es Unsicherheit gegeben. Der Londoner Onkologe Angus Dalgleish gibt aber zu bedenken, dass die Forschung auch ohne die Finanzierung hätte fortgesetzt werden.

Stellungnahme von Daszak steht aus
Viscount Ridley, Autor eines Buches über den Ursprung des Coronavirus, versucht seit „über einem Jahr“, Peter Daszak zu einer Stellungnahme zu bewegen - bislang ohne Erfolg: „Jetzt stellt sich heraus, dass er diese wichtigen Informationen über die Arbeit mit dem Virus in Wuhan verfasst hatte, sich aber weigerte, sie mit der Welt zu teilen. Ich bin wütend. Das sollte die Welt auch sein“, wird er vom „Telegraph“ zitiert.

Zitat Icon

Ich bin wütend. Das sollte die Welt auch sein.

Buchautor Viscount Ridley

„Eine Größenordnung tödlicher“
Ein Corona-Forscher der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der anonym bleiben möchte, bezeichnete es als alarmierend, dass der Förderantrag Pläne zur Verbesserung der tödlicheren Krankheit des Middle-East Respiratory Syndrome (Mers) enthielt. „Das Beängstigende daran ist, dass sie infektiöse chimäre Mers-Viren herstellen wollten“, so die Quelle. „Diese Viren haben eine Sterblichkeitsrate von über 30 Prozent, was mindestens eine Größenordnung tödlicher ist als Sars-CoV-2.“

Im Februar erklärte ein Team aus Forschern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und chinesischen Experten, es sei „äußerst unwahrscheinlich“, dass das Virus durch einen Zwischenfall im Labor des Wuhan Institute of Virology in die menschliche Bevölkerung gelangt sei. Die WHO wollte über den Ursprung der Coronavirus-Pandemie jedoch keine Theorie für den Ausbruch der Krankheit ausschließen. Daszak war übrigens ebenfalls Mitglied des Ermittlerteams.

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