22.09.2021 12:00 |

Grätzel-Reportage

Graz: Viel Lärm und hohe Mieten im Uni-Viertel

Vorletzter Teil unserer Grätzel-Serie vor der Graz-Wahl. Das Uni-Viertel zieht ein junges Publikum an. Doch wer dort wohnen will, muss viel Verkehr und hohe Mieten in Kauf nehmen.

Zwei Welten prallen aufeinander - junge Studierende und alteingesessene Grazer, die schon seit Jahren im Viertel wohnen. Doch ältere Anrainer zieht es immer mehr weg aus der Gegend rund um die Karl-Franzens-Universität. Warum? „Rund um den Geidorfplatz ist es zu laut“, hört man aus mehreren Ecken.

Denn dort, wo sich die Hauptverkehrsader Glacis mit der Heinrichstraße kreuzt, steht Verkehrslärm an der Tagesordnung: „Gerade im Hochsommer ist es eine Katastrophe. Bei offenem Fenster ist an Schlaf nicht zu denken“, erklärt die Studentin Tanja Reinisch.

Lärmbelästigung ist ein Thema
Lärmbelästigung ist auch in der belebten Zinzendorfgasse ein Thema: „Ich wohne direkt neben ,Der Klub‘. Jedes Wochenende höre ich die Musik bis in meine Wohnung“, schildert Katrin Grosser.

Die angehende Lehrerin kann es nachvollziehen, dass vor allem ältere Menschen von dem nächtlichen Lärm nicht begeistert sind, aber: „Gerade jetzt nach den Lockdowns wollen sich viele junge Menschen wieder ausleben. Graz ist nun einmal eine Studentenstadt, und das Uni-Viertel heißt nicht umsonst so.“

Wer zur größte Hochschule der Steiermark will, kommt meist über die Zinzendorfgasse dorthin. Dort findet sich ein Wimmelbild voller Verkehrsteilnehmer: Räder, Autos, Fußgänger, alle kreuz und quer. Dafür wünscht man sich eine Lösung.

Während sich vor allem Studenten ein Autoverbot vorstellen, wäre das aus unternehmerischer Sicht fatal: „Unser Kundenstock besteht zum Großteil aus Menschen außerhalb von Graz, die mit dem Auto zu uns kommen“, erklärt Brigitte Mosshammer von der gleichnamigen Fleischerei.

Spagat zwischen Studenten und Unternehmen
Für die Zukunft in der „Zinze“ wünscht sie sich vor allem, dass man diesen Spagat zwischen Studenten und Unternehmern hinbekommt: „Schon seit Jahren heißt es, dass die Gasse eine ,Slow Street‘ werden soll. Damit würden wir für beide Seiten einen Kompromiss finden. Jetzt muss nur die Politik handeln.“

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Das Viertel ist sauber, und ich fühle mich auch nachts beim Heimgehen immer sicher. Trotzdem sind die Mietpreise gerade für junge Leute ein Wahnsinn.

Katrin Grosser

Gerade für Studenten ist das Uni-Viertel ein perfekter Ort zum Wohnen - wenn auch zu einem hohen Preis: „Das Viertel ist sauber, und ich fühle mich auch nachts beim Heimgehen immer sicher. Trotzdem sind die Mietpreise gerade für junge Leute ein Wahnsinn“, meint Grosser. 500 Euro für 20 bis 30 m² Wohnraum kann sich eben nicht jeder leisten - schon gar kein Student.

Andrea Dettenweitz
Andrea Dettenweitz
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