21.09.2021 14:00 |

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„Schachnovelle“: Film als Abstieg in den Wahnsinn

Mario Adorf, Curd Jürgens und andere Darsteller waren 1960 in einer Adaption der berühmten „Schachnovelle“ von Stefan Zweig zu sehen. Es hat etwas gedauert, aber nun gibt es eine weitere Kinoversion des schmalen Buchs rund um einen einstigen Gestapo-Gefangenen, der in der Isolationshaft lernen musste, sich mittels Schach wenigstens ein wenig seiner geistigen Gesundheit zu erhalten. Kein Adorf, kein Jürgens, dafür ein großartiger Oliver Masucci in der Hauptrolle, dazu kommen Schauspieler wie Birgit Minichmayr, Albrecht Schuch und Moritz von Treuenfels. krone.at verlost zum Film-Highlight (Kinostart 24.9.) Kino-Gutscheine und Schachbücher!

Wien, 1938: Österreich wird vom Nazi-Regime besetzt. Kurz bevor der Anwalt Bartok (Oliver Masucci) mit seiner Frau Anna (Birgit Minichmayr) in die USA fliehen kann, wird er verhaftet und in das Hotel Metropol, Hauptquartier der Gestapo, gebracht. Als Vermögensverwalter des Adels soll er dem dortigen Gestapo-Leiter Böhm Zugang zu Konten ermöglichen. Da Bartok sich weigert zu kooperieren, kommt er in Isolationshaft. Über Wochen und Monate bleibt Bartok standhaft, verzweifelt jedoch zusehends.

Zeit und Raum werden in der Haft bedeutungslos für Bartok, der dem Wahnsinn zu verfallen droht - bis ihm das Buch über Schach in die Hände fällt. Um seine geistige Ordnung aufrechtzuerhalten, stürzt sich der Gefangene besessen in die Partien, die er in seinem Kopf durchspielt. Den Sturz in den Malstrom kann dies jedoch nicht aufhalten - im Gegenteil. Die bei Zweig als Rahmenhandlung gesetzte Schiffspassage, auf der sich Dr. B später mit dem amtierenden Schachweltmeister konfrontiert sieht, ist bei Regisseur und Drehbuchautor Philipp Stölzl die ebenfalls in fahles Licht gekleidete Fahrt eines Totenschiffs.

Der Regisseur, der zuletzt mit der Musicaladaption „Ich war noch niemals in New York“ überraschte, etwa mit „Der Medicus“ aber auch auf andere Literaturadaptionen („Nordrand“, „Goethe!“) verweisen kann, fokussiert in seiner Fassung ganz auf die Psyche eines Mannes, ersetzt die Nüchternheit Zweigs durch wuchtige, magnetische Bilder, die als albtraumhafte Visionen daherkommen. Mit teils extremen Nahaufnahmen versucht der österreichische Kameramann Thomas W. Kiennast gleichsam unter die Haut der Protagonisten zu kriechen und erzeugt eine klaustrophobische Grundatmosphäre. Der Zuschauer ist mit Bartok gefangen, entkommt dieser körperlichen Form des Kinos nicht.

Mit „Schachnovelle“ interpretiert Stölzl den zeitlosen Literaturklassiker von Stefan Zweig neu. Die berühmte Geschichte des Mannes, der mit Hilfe eines Schachbuchs Gefangenschaft und geistige Tortur übersteht, wird in der Neuverfilmung zu einem intensiven Vexierspiel. Über die Änderungen bei der Adaption sagt Mimin Birgit Minichmayr im Interview mit der APA: „Das ist schlicht die Freiheit der Interpretation“.

Kinostart von „Schachnovelle“: 24. September!

krone.at verlost zum Kinostart der Literaturverfilmung Kino-Gutscheind und passend zur Thematik auch Exemplare des Schach-Lehrbuchs „Schach - Zug um Zug“!

Das Gewinnspiel ist zu Ende, die Gewinner werden schriftlich verständigt.

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