GUTEN MORGEN

Die „Bekloppten“

Es ist die  x-te Verordnung, die ab heute in unser aller Leben eingreift. Verkündet gerade einmal 24 Stunden vor Inkrafttreten.  Wobei die Regeln unklar, oft nicht nachvollziehbar, widersprüchlich, unlogisch und  kaum  praktikabel sind. Nein - so,  darüber sind sich viele einig, werden wir nicht aus dieser leidigen Corona-Misere kommen. So unklar die Regeln, so klar die Aussage der Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer: Wir bräuchten noch eine Million Geimpfte in Österreich, um die Pandemie zu besiegen. Doch beim derzeitigen Impf-Schneckentempo würden wir dafür gut ein Jahr brauchen. Aber von der benötigten Million sind ohnehin Hundertausende gar nicht zum Stich bereit.  Nein, so kommen wir nicht aus dieser Misere. Auch nicht mit zur Schau getragenem Jubel, dass bereits 82 Prozent der österreichischen Lehrer voll gegen Corona geimpft sind. Denn das heißt nicht mehr und nicht weniger, als dass etwa 22.000 Lehrer noch immer ohne vollen Impfschutz in den Klassen stehen. Dafür wählte jetzt der ehemalige deutsche Bundespräsident Joachim Gauck drastische Worte zu den Impfunwilligen. Der anerkannte Staatsmann, sozusagen das „gute Gewissen“ der Deutschen, sprach von „Bekloppten“ („bekloppt“, sagt der Duden, meine "nicht (ganz) bei Verstand; verrückt). Er könne das jetzt sagen, er sei ja  Rentner, fügte Gauck hinzu. So deutlich hat sich das in Österreich noch kein prominenter Rentner zu sagen getraut. Gedacht haben es sich aber bestimmt  viele. Auch Nicht-Rentner.

Der Sommer geht zu Ende, die Politiker-Sommergespräche im TV tun es ebenfalls. Bundeskanzler Sebastian Kurz legt, was die Impf-Haltung der Freiheitlichen betrifft, von mal zu mal nach. Im ORF war er in der Vorwoche schon deutlicher geworden, als man es von ihm in Bezug auf die Blauen gewohnt ist, als er sagte: „Also es schmerzt mich, dass wir eine Partei in Österreich haben, nämlich die Freiheitliche Partei, die leider Gottes viele Gerüchte streut und sozusagen Unsicherheit schürt.“ Im Gespräch mit Katia Wagner für krone.tv wurde er jetzt noch schärfer, macht er die FPÖ, „die massiv gegen die Impfung Stimmung macht“ für die niedrige Impfquote mit verantwortlich. Und fügt hinzu: „Ich bin alles andere als glücklich über die Position der Freiheitlichen Partei“, schließlich gehe es hier „im schlimmsten Fall um Leben und Tod“. Ja, stimmt!

Einen schönen Tag!

Klaus Herrmann
Klaus Herrmann

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Samstag, 25. September 2021
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