12.09.2021 11:00 |

Österreichs Alpenklub

„Wir haben unser Leben den Bergen gewidmet!“

Kein anderer alpiner Verein ist so eng mit dem Glockner verbunden, wie der Österreichische Alpenklub, dem nicht nur die Erzherzog Johann Hütte, sondern auch ein Teil des Gipfels gehört.

Nur die allerbesten Alpinisten hatten die Chance, in den Österreichischen Alpenklub (ÖAK) aufgenommen zu werden, als er 1878 in Wien als Gegenstück zum britischen Alpine Club gegründet wurde. Einer der Vereinsgründer war Alfred Markgraf von Pallavicini, dem die Erstbegehung der berühmten 600 Meter hohen, bis zu 55 Grad steilen Eisrinne am Großglockner gelang - sie wurde daraufhin nach ihm benannt.

„Nicht nur die Pallavicinirinne, auch viele andere Routen auf dem Großglockner wurden von Alpenklub-Mitgliedern erstbestiegen“, sagt Vizepräsidentin Gerti Reinisch-Indrich, die auch weiß, dass der Alpenklub, anders als so manch anderer Bergsteigerverein niemals ein reiner Männerbund war. „Es waren immer Frauen dabei, die auch vorgestiegen sind, Touren selbst geplant haben und nicht einfach nur ihren Männern in die Berge gefolgt sind“, so Gerti, die Edith Bolder nennt, die erste Österreicherin, die auf einem Achttausender stand.

Verständlich, dass sich die Mitgliederliste des Alpenklubs, dessen Präsident Christian Zinkl ist, wie das „Who is who“ des Alpinismus liest: Sie reicht von Edward Compton, Hans Dülfer, Julius Kugy über Kilimandscharo-Erstbesteiger Ludwig Purtscheller, Hermann Buhl, Kurt Diemberger, Heinrich Harrer, Luis Trenker bis Peter Habeler und Gerlinde Kaltenbrunner.

Vizepräsidentin Gerti: „Gleich sechs der 14 Achttausender wurden von unseren Vereinsmitgliedern erstbestiegen.“ Stolz ist man beim Österreichischen Alpenklub, dass dessen Mitglieder nicht nur hervorragende Alpinisten sind und waren, sondern vor allem ihre Leidenschaft für Berge teilten. „Wir alle haben unser Leben den Bergen gewidmet“, so Gerti, die selbst mehrfach zu Bergabenteuern zu den höchsten Gipfeln der Welt aufgebrochen ist. Begleitet wurde sie dabei auch von einem weiteren besonderen Alpenklub-Mitglied: dem Polen Piotr Pustelnik, der alle 14 Achttausender bestiegen hat.

Heute zählt der außergewöhnliche Bergsteigerverein um die 360 Mitglieder, die regelmäßig auch am Großglockner unterwegs sind. Die einzige Schutzhütte des Alpenklubs ist passenderweise gleichzeitig die allerhöchstgelegene Österreichs, die Erzherzog-Johann-Hütte in 3454 Metern Höhe unterhalb des höchsten Gipfels Österreichs. Ein Jahr nach der Vereinsgründung sicherte sich der Alpenklub 1879 nicht nur jene 114 Quadratmeter auf dem Großglocknergipfel, wo heute das Gipfelkreuz steht, sondern man begann auch mit dem Bau der Schutzhütte, die am 18. August 1880 eröffnet wurde.

Mehrfach wurde die legendäre Schutzhütte, die viele unter dem klingenden Namen Adlersruhe kennen, ausgebaut, modernisiert und erweitert. Auch die höchstgelegene vollautomatische Wetterwarte des Landes findet sich hier. Heute ist die Erzherzog-Johann-Hütte der Ausgangspunkt für Glocknerbesteigungen. 5000 Nächtigungen verbucht der engagierte Hüttenwirt und Bergführer Toni Riepler mit seinem Team während einer Bergsteigersaison.

Berg Heil!

Hannes Wallner
Hannes Wallner
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Dienstag, 28. September 2021
Wetter Symbol