07.09.2021 14:00 |

Impfrate

Salzburg hinkt beim Impfen weiter hinterher

Die Zahl der Neuimpfungen geht stark zurück – vor diesem Problem stehen alle Bundesländer. Und trotzdem steht Salzburg vor einem etwas größeren Problem, als manche Nachbarn: Weil die Durchimpfungsrate im Bundesland noch immer recht niedrig ist. Währenddessen steigen Infektionszahlen und Spitalsbelegungen.

In Salzburg haben sich bis Dato 55,2 Prozent gegen das Coronavirus immunisieren lassen. Damit sind die Salzburger auf dem siebten Platz im Österreich-Vergleich. Spitzenreiter ist klar Burgenland: Hier sind bereits 69,1 Prozent vollimmunisiert. Das Ziel der 70 Prozent ist also für das östlichste Bundesland schon in Griffweite. Das merkt man auch am burgenländischen Infektionsgeschehen: Das ist zwar leicht steigend, aber deutlich unter dem Österreichschnitt.

Leider sieht die Situation in Salzburg ganz anders aus. Weit über dem Österreichschnitt liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 162,7. Vor allem in der Stadt Salzburg explodieren die Infektionszahlen gerade. Diese Entwicklung ist vor allem auf Reiserückkehrer zurückzuführen - über 80 Prozent der Neuinfektionen betreffen nämlich zurückkommende Urlauber (die „Krone“ hat berichtet).

Und auch, wenn sich die Bundesregierung in Zukunft weniger an der Inzidenz, sondern eher an den Zahlen der Krankenhausbelegungen orientieren will, schaut es für Salzburg nicht unbedingt besser aus.

Die Geimpfte hat viele Vorerkrankungen

So waren vor einer Woche noch 33 Covid-Patienten im Spital, davon vier auf der Intensivstation. Am Montag waren es hingegen 34 Covid-Infizierte im Spital, davon lagen zehn auf einer Intensivstation. Vor allem bei den schweren Infektionen ist also ein massiver Anstieg zu verzeichnen - der Wert hat sich mehr als verdoppelt.

Was sich allerdings nicht geändert hat: die Durchimpfungs-Rate der Salzburger, die mit einer Covid-Infektion ins Spital müssen. So ist nur eine Patientin, die auf der Covid-Intensivstation behandelt werden muss, geimpft. Alle anderen haben keine Immunisierung. Die Patientin wird in Schwarzach versorgt und litt schon vor ihrer Covid-Infektion an vielen Vorerkrankungen.

Dass steigende Krankenhauszahlen und stagnierende Impfraten keine gute Kombination sind, ist klar. Mittlerweile sind auch die Seniorenwohnhäuser nicht mehr coronafrei: Sieben Bewohner und neun Mitarbeiter sind infiziert - schwere Verläufe sind jedoch wegen hoher Durchimpfungsraten die Ausnahme.

Neben dem Start des dritten Stiches für Risikopatienten will das Land mit niederschwelligen Angeboten und Aufklärung Unentschlossene weiterhin zum Stich motivieren. 254 solcher Impftermine ohne Anmeldung - sei es in offenen Impfstraßen oder mit dem Impfbus - wurden schon abgehalten. Dabei haben sich 14.811 Salzburger impfen lassen. Im September will das Land weitere hundert Aktionen veranstalten, außerdem soll es zum Schulstart auch in den Bildungseinrichtungen Impftermine geben. 

Marie Schulz
Marie Schulz
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